Bekannte astronomische Sternbilder im Wandel der Zeit

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Maler, Schlange, Einhorn, Phönix und Zentaur – jene Namen verbindet die Gemeinsamkeit, dass sie jeweils einen der fast 90 Sternbilder umfasst, welche in den 1920er Jahren von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) festgelegt wurden. Entstanden sind jene Sternbilder im Laufe einer zeitgeschichtlichen Entwicklung, welche sich über viele Jahre bzw. Jahrhunderte erstreckt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass erste Aufzeichnungen von Sternbildern bereits auf die Höhlenmalerei zurückzuführen sind. 

Die Mythologie des Großen Bären 

 

Das Sternbild des Großen Bären, dessen auffällige Konfiguration von sieben Teilsternen im Volksmund auch unter dem Namen großer Wagen bekannt wurde, ist das wohl bekannteste Sternbild seiner Zeit. Das Sternbild ist bereits seit der Antike bekannt und geht auf eine überlieferte Entstehungsgeschichte zurück, welche mit dem griechischen Gott Zeus und seiner Geliebten Callisto zusammenhängt. Erwähnung fand er auch zu Zeiten des Alten Roms, wo in seiner Anordnung sieben Ochsen erkannt wurden, die um den Himmelspol wandern. Im christlichen Himmelsatlas von Julius Schiller aus dem 17. Jahrhundert wurde dieses Sternbild durch das Boot des Heiligen Petrus ersetzt. 

Im Laufe der Zeit ergab sich zunehmend die Möglichkeit, den großen Bären vermehrt auf einer breiteren Ebene zu erforschen. Dadurch wurde der Wissensstand, welcher auch durch die Unterschiede zwischen Astrologie und Astronomie im Ansatz der Betrachtung geprägt wurde, maßgeblich erweitert. Anstelle einer bislang mystischen bzw. auf Spiritualität basierenden Deutung wurden mittlerweile auch wissenschaftliche Feststellungen durchgeführt. Heute ist bekannt, dass Dubhe den hellsten Stern des Sternbildes “Großer Bär” darstellt. 5,3 Grad darunter befindet sich der Stern Merak. Zusammen mit den Sternen Phekda und Megrez wird der Kasten des “Großen Wagen” gebildet. Aktuellste Forschungen haben ergeben, dass von der Erde aus für die Ermittlung der Figur des großen Bären eine Linie gezogen werden muss. Diese muss sich von Megrez nach Dubhe erstrecken und dessen Lange anschließend über Dubhe hinaus verdoppelt werden. 

Die Entstehung des großen Hundes 

 

Der große Hund zählt ebenfalls zu den heute 88 anerkannten Sternbildern – seine Existenz geht allerdings bereits auf die Antike zurück, wo er unter den 48 klassischen Sternbildern dieser Zeit aufgelistet ist. Gemeinsam mit dem Sternbild “Kleiner Hund” sollten die Jagdhunde des Orion dargestellt werden. Lehren über dieses Sternbild gehen bereits auf das dritte Jahrhundert vor Christus zurück. Hier beschreibt der Dichter Aratos von Soloi in einem Lehrgedicht, dass der große Hund als Wachhund auf seinen Hinterbeinen laufend Orion über den Himmel folgt. 

Durch die Entwicklungen der Astronomie konnten mittlerweile ebenfalls zusätzliche Erkenntnisse über das Sternbild erlangt werden. Der mit dem Sternbild verbundene, auffälligste Stern Sirius, welcher in Babylon als Zeitgeber für Schaltjahre fungierte, ist der hellste Stern des Nachthimmels und mit einer Magnitude von -1,44  doppelt so hell wie der zweithellste Stern Canopus. Sirius besitzt ein Vielfaches der Leuchtkraft der Sonne und wandert aufgrund seiner Eigenbewegung pro Jahr um ca. 1,324 Bogensekunden am Himmel. In einem Zeitraum von 2000 Jahren macht das eine Verschiebung von ca. 1,5 Durchmessern eines Vollmondes aus.