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Die Gefahr aus dem All und die San-Marino-Skala

Im Zwergstaat San Marino wurde eine Skala zur Bemessung außerirdischer Gefahren angefertigt

Die Gefahr aus dem All und die San-Marino-Skala

Wir Menschen haben uns sicherlich seit Anbeginn der Zeit darüber Gedanken gemacht, was sich in der Nähe der weit entfernten Sterne befinden mag. Vor allem im Zuge der Weiterentwicklung der Filmtechnik konnten zahlreiche Regisseure dieser Frage dann visuell nachgehen und ihre Vorstellung von diesen galaktischen Besuchern auf die Leinwand bringen. Mal sind diese cineastischen Aliens friedlich, mal sind sie aggressiv. Manchmal sind sie grün und glibberig, mal humanoid und manchmal sind sie sogar haarig und haben Heißhunger auf Katzen.

Ob uns potenzielle Außerirdische unsere Science Fiction Filme übel nehmen?

Was aber weder Filmemacher noch Kinogänger jemals bedacht habe, ist die Wirkung dieser Alien-Filme auf tatsächliche außerirdische Besucher! Wie würde ein von der langen Reise ohnehin bereits genervter Außerirdischer reagieren, wenn er auf der Erde ankommt, sich zur Entspannung ins Kino setzt und dann mitansehen muss wie Tom Cruise ganze Horden von Aliens zusammenschießt? Oder wie E.T. von bösen Regierungsbeamten behelligt wird, bevor er nach Hause telefonieren kann?

Um die potenziellen außerirdischen Risiken, die von menschlichen Handlungen ausgehen könnten, besser einschätzen zu können, trafen sich Wissenschaftler und Interessierte im Jahre 2006 in dem Zwergstaat San Marino. Am Ende der Konferenz konnte ein offizielles Ergebnis vorgestellt werden: Die San-Marino-Skala.

Im Zwergstaat San Marino wurde eine Skala zur Bemessung außerirdischer Gefahren angefertigt

Die Skala reicht von 1-10 und hilft dabei, jede Maßnahme einzeln nach ihrem Gefahrenpotenzial zu werten. Das Aussenden eines Nachrichtensignals in den Weltraum mit dem Inhalt „Liebe Aliens, kommt bitte schnell und vernichtet die Erde!“ wäre demnach außerordentlich gefährlich und eine glatte 10. Die Radiowellen eines kaputten Autoradios, die sich langsam im All verbreiten, lösen vermutlich keine außerirdische Invasion aus und wären eine 1 auf der Skala.

Jede menschliche Handlung mit kosmischer Auswirkung lässt sich auf der Skala werten

Alleine unsere Milchstraße ist mit circa 100.000 Lichtjahren Durchmessern so gigantisch, dass ein Zusammentreffen mit extraterrestrischen Lebewesen mehr als unwahrscheinlich ist. Die San-Marino-Skala wird also wohl in der Praxis in absehbarer Zukunft nicht relevant werden. Aber dennoch sollten wir im Hinterkopf behalten, dass die Erde und ihre Bewohner rund um die Uhr unabsichtlich Wellen und Signale in den Weltraum schicken. Irgendwo könnte jemand zuhören…

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Über Tim Julian Ruster

Tim Ruster ist Astro-Cartoonist und Planetariumsführer.Er wurde 1991 in Köln geboren, wo er auch heute noch lebt und viel Zeit mit dem Zeichnen neuer Astro-Comics verbringt. Seit vielen Jahren arbeitet er ehrenamtlich im Kölner Planetarium und erklärte dort schon unzähligen Besuchern den Sternhimmel und die Geheimnisse des Weltalls. Durch die vielen guten Fragen, die bei diesen Führungen vor allem von Kindern gestellt werden, kam er im Jahre 2015 auf die Idee, den Weltraum durch Zeichnungen zu erklären : Astro-Comics war geboren!Astro-Comics entwickelte sich zu einem richtigen Projekt und wurde schnell bekannter. Obwohl Tim Ruster 2016 sein juristisches Staatsexamen abgelegt hat, widmete er Astro-Comics jede freie Sekunde. Heute haben die astronomischen Cartoons schon tausende Fans bei Facebook, Instagram und Twitter und haben vielen Menschen den Weltraum etwas näher gebracht.Tim Ruster veröffentlicht die Astro-Comics nicht nur auf www.astro-comics.de und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in mehreren Online- und Printformaten.

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