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Sonnenprotuberanz im Licht der roten Wasserstoff-Linie H-alpha

Taken by Randy Shivak on November 11, 2017 @ Estero, Florida USA

Am nordöstlichen Rand der Sonne hat sich eine Wand aus heißem Plasma gebildet, die mehr als 40.000 km über der Sonnenoberfläche schwebt

Taken by Randy Shivak on November 11, 2017 @ Estero, Florida USA
Taken by Randy Shivak on November 11, 2017 @ Estero, Florida USA

 

Alles, was mit der Sonne zu tun hat, wird in einem riesigen Maßstab gemessen. Sonnenflecken ,Sonnenprotuberanzen, aktive Regionen, koronale Massenauswürfe, sie sind so kolossal, dass sie nur schwer vorstellbar sind. Obwohl die Sonne „leer“ ist (keine Sonnenflecken), gibt es immer noch einige beeindruckende Dinge zu sehen.

Sonnenprotuberanzen mit einem Sonnenteleskop beobachten

Das obige Bild wurde von Randy Shivak am 11. November 2017 mit seinem 152mm Refraktor Teleskop und einem speziellen Sonnenfilter aufgenommen. Sonnenprotuberanzen sind Plasmawolken, die teilweise mehr als 100.000 Kilometer über den Rand der Sonnenoberfläche hinausragen können. Die Wolken bestehen im Inneren aus bis zu 150 Kilometer dicken „Fasern“. Diese sind mit einer Temperatur von rund 7.000 Grad deutlich kälter als ihre Umgebung – die bis zu 1,5 Millionen Grad heiße Sonnenkorona.

Protuberanzen bestehen zudem aus einem elektrisch leitfähigen Plasma, das sich nur sehr eingeschränkt im Magnetfeld bewegen kann. Daher reicht ein schwaches Magnetfeld von wenigen Tausendsteln der Sonnenflecken-Magnetfelder aus, um Protuberanzen in der Schwebe zu halten.

Beobachtung der Sonnenprotuberanzen ohne Teleskop

Protuberanzen, gezeichnet während der totalen Sonnenfinsternis am 28. Juli 1851 in Rastenburg/Ostpreußen.
Protuberanzen, gezeichnet während der totalen Sonnenfinsternis am 28. Juli 1851 in Rastenburg/Ostpreußen.

Früher konnte man Sonnenprotuberanzen nur während einer totalen Sonnenfinsternis beobachten, weil dann der Mond bereits im luftleeren All die helle Sonnenscheibe abdeckt, deren Streulicht in der Erdatmosphäre sonst die oberen Schichten der Sonnenatmosphäre mit den Sonnenprotuberanzen überstrahlt. Vor 70 Jahren, am 4. Juni 1946, registrierten Astronomen am High Altitude Observatory in Boulder, Colorado, die bislang größte eruptive Protuberanz.

Die wichtigste Regel zur Sonnenbeobachtung, die nicht oft genug wiederholt werden kann, ist: niemals ungeschützt in die  Sonne blicken!

 

 

Über Dominik Zgrzendek

Mein Name ist Dominik Zgrzendek, ich bin 29 Jahre alt und Gründer des Weblogs „Sonnen-Sturm.info“. Die Astronomie sowie die Beobachtung der Sonne ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit diesem Weblog möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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