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Was ist eine Mondfinsternis?

Abb.1/Titelbild: Totale Mondfinsternis 2015 / unsplash.com/photos/4RZx2k4sDj8

Was ist eine Mondfinsternis?

Abb.1/Titelbild: Totale Mondfinsternis 2015 / unsplash.com/photos/4RZx2k4sDj8
Abb.1/Titelbild: Totale Mondfinsternis 2015 / unsplash.com/photos/4RZx2k4sDj8

 

Eine Mondfinsternis tritt auf, wenn der Schatten der Erde das Sonnenlicht blockiert, das sonst vom Mond reflektiert wird. Der Mond ist kalt und steinig und erzeugt kein eigenes Licht. Es ist vielmehr das von seiner Oberfläche reflektierte Sonnenlicht, dass den Lichteffekt des Mondes erzeugt.

Seit Menschengedenken hat das Licht des Mondes die Phantasie des Menschen beschäftigt.In den frühen Jahren der Menschheitsgeschichte hat eine Mondfinsternis, insbesondere die totale Mondfinsternis, die den Mond blutrot macht, die Betrachter in Angst und Schrecken versetzt.

Glücklicherweise sind wir heutzutage ein wenig schlauer: Die Wissenschaft hat Entwarnung gegeben. Anstatt eines bösen Omens ist die Mondfinsternis ein natürlich auftretendes Phänomen, das bis auf einen steifen Nacken vom erstaunten Beobachten keinerlei negative Konsequenzen für uns hat. Aus der Furcht vor dem rot gefärbten Mond wurde mit der Zeit ein Spektakel, das es zu beobachten gilt.

Die Entstehung einer Mondfinsternis

Die Entstehung einer Mondfinsternis ist im Detail erforscht. Der Mond umkreist die Erde ungefähr einmal alle 29,5 Tage. Während er unseren Planeten umkreist,

bewirkt die sich verändernde Position des Mondes in Bezug auf die Sonne, dass unser natürlicher Satellit eine Reihe von sogenannten Mondphasen durchläuft.

Die Neumond-Phase kann von der Erde mit dem bloßen Auge nicht gesehen werden, weil die beleuchtete Seite des Mondes dann von der Erde weg gerichtet ist. Der Übergangszeitraum in den Neumond und vom Neumond kann idealerweise mit einem Teleskop beobachtet werden, um das letzte Bisschen des reflektierten Lichts einzufangen.

Die anderen Phasen sollten jedem bekannt sein, da der Mond sie Monat für Monat sichtbar durchläuft.

Zur Erinnerung: Wenn der Mond aus der Phase des Neumonds wieder sichtbarer wird, spricht man von der zunehmenden Phase, die wiederum unterteilt wird in Viertelmond, Halbmond und Dreiviertelmond. Sobald der Mond seine höchste Sichtbarkeit in der Vollmond-Phase erreicht hat, wird die Gestalt in der abnehmenden Phase wieder schmaler. Die Unterteilung in Viertel wird hier gleichermaßen vorgenommen.

Viele frühe Zivilisationen nutzten den monatlichen Zyklus des Mondes, um den Lauf der Zeit zu messen. Tatsächlich sind einige Kalender mit den Phasen des Mondes synchronisiert. Die hebräischen, muslimischen und chinesischen Kalender sind allesamt Mondkalender. Die Phase des Neumonds wird dabei als Beginn eines neuen Kalendermonats definiert. Bei Vollmond in der Mitte des Monats steigt der Mond bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht über sichtbar. Der Mond steht dabei direkt gegenüber der Sonne am Himmel.

Eine Mondfinsternis kann nur bei Vollmond auftreten. Da die Umlaufbahn des Mondes um die Erde in einer etwas anderen Ebene liegt als die Umlaufbahn der Erde um die Sonne, findet die perfekte Ausrichtung für eine Mondfinsternis nicht bei jedem Vollmond statt.

Eine totale Mondfinsternis geschieht nicht plötzlich, sondern entwickelt sich typischerweise über ein paar Stunden hinweg. Die Erde wirft dabei zwei Schatten, die während einer Mondfinsternis auf den Mond fallen. Der Kernschatten (lat.

Umbra) ist ein voller, dunkler Schatten. Der Halbschatten (lat. Penumbra) ist ein partieller äußerer Schatten. Der Mond durchläuft diese Schatten stufenweise.

Die Anfangs- und Endphase, wenn der Mond im Halbschatten ist, äußern sich nicht sonderlich auffällig. Der spektakulärste Teil einer Finsternis beginnt, wenn sich der Mond im Kernschatten befindet.

Pro Jahr treten zwei bis vier Sonnenfinsternisse auf, Mondfinsternisse sind weniger häufig. Eine Mondfinsternis ist ein seltenes Ereignis, weil es nicht auf einer monatlichen Basis geschieht – schon gar nicht, wenn man nur von Deutschland ausgeht.

Sie geschieht nur, wenn der Mond in der benötigten Ausrichtung zur Erde und Sonne steht. Die meiste Zeit verläuft der Mond entweder oberhalb oder unterhalb der Erdumlaufbahn um die Sonne.

Abb. 2: Wikipedia / Ben-Zin / CC by 3.0 Erklärung: Nur bei der Mondstellung 1 und 4 kann in dieser schematischen Darstellung eine Mondfinsternis entstehen. Stellung 2 und 3 würden einer Sonnenfinsternis entsprechen. Durch die Achsneigung der Mondumlaufbahn stehen die drei Himmelkörper allerdings meistens nicht in einer geraden Linie zueinander.
Abb. 2: Wikipedia / Ben-Zin / CC by 3.0 Erklärung: Nur bei der Mondstellung 1 und 4 kann in dieser schematischen Darstellung eine Mondfinsternis entstehen. Stellung 2 und 3 würden einer Sonnenfinsternis entsprechen. Durch die Achsneigung der Mondumlaufbahn stehen die drei Himmelkörper allerdings meistens nicht in einer geraden Linie zueinander.

 

Die Bedingungen für eine Mondfinsternis sind nur etwa alle sechs Monate gegeben.

Unterschiedliche Arten von Mondfinsternissen

Es gibt drei Arten von Mondfinsternissen: Die totale, die partielle und die halbschattige Mondfinsternis. Nur bei der totalen Mondfinsternis bedeckt der Kernschatten der Erde den Mond vollständig.

Abb. 3: https://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis#/media/File:Geometry_of_a_Lunar_Eclipse_DE. svg (CC0)
Abb. 3: https://de.wikipedia.org/wiki/Mondfinsternis#/media/File:Geometry_of_a_Lunar_Eclipse_DE. svg (CC0)

Totale Mondfinsternis

Bei der totalen Mondfinsternis fällt der volle (umbrale) Schatten der Erde auf den Mond. Der Mond wird nicht vollständig unsichtbar, aber ist kaum noch zu erkennen. Das letzte Restleuchten wird durch das wenige Sonnenlicht erzeugt, dass anderswo in der Erdatmosphäre gebrochen und auf den Mond reflektiert wird.

Vom Mond aus könnte man in diesem Moment sehen, wie die Erde wie eine schwarze Scheibe die ganze Sonne blockiert. Eine totale Mondfinsternis tritt auf, wenn der gesamte Mond den Umbralschatten der Erde durchdringt und das gesamte Sonnenlicht daran gehindert wird, den Mond zu erreichen.

Abb. 4: Der Verlauf einer totalen Mondfinsternis (https://unsplash.com/photos/0hgiQQEi4ic)
Abb. 4: Der Verlauf einer totalen Mondfinsternis (https://unsplash.com/photos/0hgiQQEi4ic)

Während einer totalen Mondfinsternis hat der Mond eine außergewöhnliche Farbe, aber es ist kaum möglich genau vorherzusagen, wie dunkel der Mond während der totalen Finsternis exakt erscheinen wird.

Die Farbe kann von dunkelgrau über braun bis hin zu verschiedenen Rot- und Orangetöne variieren. Farbe und Helligkeit des Mondes hängen von der Staubmenge in der Erdatmosphäre während der Mondfinsternis ab.

Wenn es zum Beispiel signifikante Vulkanausbrüche in zeitlicher Nähe zu einer Mondfinsternis gegeben hat, kann das dazu führen, dass der Mond viel dunkler rot erscheint als bei anderen Finsternissen. Die zusätzliche Menge an vulkanischer Asche in der Erdatmosphäre kann mehr Sonnenlicht daran hindern, um die Erde herum zu brechen und tiefe, dunkelrote Effekte hervorzurufen.

Teilweise Mondfinsternis

Eine partielle Mondfinsternis tritt auf, wenn nur ein Teil des Mondes durch den Kernschatten der Erde verdeckt wird.

Das meiste, aber eben nicht das gesamte Sonnenlichts wird daran gehindert, den Mond zu erreichen. Die Form des Mondes erscheint teilweise schattiert, aber der Mond behält ansonsten seine gewohnte Farbe.

Bei der partiellen Mondfinsternis sind Sonne, Erde und Mond nicht perfekt auf einer Achse ausgerichtet, und der Schatten der Erde schiebt sich wie ein halbrunder Kreis über den Mond.

Halbschattige Mondfinsternis

Bei der halbschattigen (penumbralen) Mondfinsternis durchquert der Mond nicht den Kernschatten der Erde direkt, sondern steht im schwächeren Schatten der Erdumrandung.

Der Mond wird durch den Halbschatten der Erde subtil beschattet. Diese halbmondförmige Mondfinsternis verhindert, dass das Licht der Sonne direkt den Mond erreicht.

Dennoch erreicht das von der Erde reflektierte Sonnenlicht den Mond, was zu einem abgeschwächten Schatteneffekt über auf der Oberfläche des Mondes führt.

Halbschattenfinsternisse sind recht unauffällig und können vom zufälligen Beobachter leicht übersehen werden.

Die bevorstehende Mondfinsternis am 27.07.2018

Die nächste Mondfinsternis wird am 27. Juli 2018 auch von Deutschland aus zu beobachten sein.

Dabei handelt es sich um die zweite Mondfinsternis des Jahres 2018. Dieses Mal wird der rot leuchtende Mond von Asien, Europa, Westafrika und Südamerika sichtbar sein.

Besonders sind die seltenen Umstände dieser Finsternis, die dem astronomisch interessierten Betrachter ein großes Lächeln ins Gesicht zaubern:

Während dieses Ereignisses wird der Vollmond durch den Schatten der Erde etwas mehr als 6 Stunden zumindest teilweise verdeckt sein.Der Mond verläuft dabei fast zentral durch den Kernschatten der Erde, wodurch die Dauer der Mondfinsternis beinahe maximal lang ist.

Der Mond wird langsam von seiner vertrauten hellen Farbe zu einer rötlichen Farbe wechseln und dann über einen Zeitraum von etwa fünf Stunden zu seiner ursprünglichen Farbe zurückkehren. Die Mondaufgangszeiten variieren je nach Standort. In Deutschland wird der Mond gegen 19:14 Uhr mitteleuropäischer Zeit in den Halbschatten eintreten. Das Maximum der Finsternis wird gegen 22:22 Uhr erreicht. Der Mond wird niedriger am Himmel stehen, je weiter nördlich du dich befindest.

Von der beinahe optimalen Zeit und unserem perfekten Standort in Mitteleuropa einmal abgesehen, kann die Farbe der bevorstehenden Mondfinsternis noch nicht exakt bestimmt werden. Nach wie vor richtet sich die Färbung und die Sichtbarkeit des Mondes nach den Bedingungen der irdischen Atmosphäre. Auch ein dichtes Wolkenband, das unsereins die Sicht raubt, könnte sich unmittelbar vor der Finsternis bilden.

Auf https://www.timeanddate.de/finsternis/ kannst du dir alle bevorstehenden Finsternissen (auch Sonnenfinsternissen) im Überblick ansehen. Dort erfährst du auch, ob du von deinem Standort aus eine gute Sicht auf die Finsternissen haben wirst.

Es bleibt zu hoffen, dass die selten so guten Vorzeichen nicht getrübt werden und wir Zeuge eines seltenen Naturspektakels werden können. Sollte im wahrsten Sinne des Wortes nichts dazwischen kommen, bietet dir der 27. Juli diesen Jahres eine hervorragende Gelegenheit, um den verfinsterten Mond auch fotografisch festzuhalten.

Falls es dich interessiert, wie du die perfekte Aufnahme des Blutmondes knipst: In meinem Astrofotografie-Artikel auf Hobbeasy.de bin ich darauf eingegangen, wie du mit wenigen Einstellungen hervorragende Aufnahmen mit einer handelsüblichen DSLR- oder Kompaktkamera machen kannst.

Wie du am besten eine Mondfinsternis betrachtet

Mondfinsternisse gehören zu den am leichtesten zu beobachtenden Naturschauspielen am Nachthimmel.

Wenn du keine Aufnahmen von der Mondfinsternis machen willst, benötigst du kein Teleskop oder eine Kamera, um das Ereignis erleben zu können.

Im Gegensatz zu Sonnenfinsternissen sind Mondfinsternisse absolut sicher zu beobachten. Du benötigst dazu keine Schutzfilter oder eine spezielle Brille. Du kannst die Mondfinsternis bedenkenlos mit dem bloßen Auge beobachten.

Eine Mondfinsternis ist nur bei Nacht deutlich zu erkennen und es hängt von deinem Standort ab, ob die Mondfinsternis überhaupt sichtbar ist. Während eine Sonnenfinsternis typischerweise nur von wenigen Stellen auf der Erde aus beobachtet werden kann, ist eine Mondfinsternis von einem größeren Gebiet wahrnehmbar.

Und vergiss nicht: Wenn die Mondfinsternis künftig in der kalten Jahreszeit auftreten sollte, solltest du dich warm anziehen, wenn du vorhast, für die gesamte Dauer der Finsternis draußen zu sein.

Teleskop bei Astroshop

Über Dominik Zgrzendek

Mein Name ist Dominik Zgrzendek, ich bin 29 Jahre alt und Gründer des Weblogs "Sonnen-Sturm.info". Die Astronomie sowie die Beobachtung der Sonne ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit diesem Weblog möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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