Polarlichtvorhersage &  Erläuterungen der Anzeigen

NOAA Prognosen

Geomagnetisches Feld:   
Solare Röntgenstrahlung: 
( Die Anzeige wird bereitgestellt von : n3kl.org

Die Anzeige für das Geomagnetische Feld der Erde reicht von QUIET (Kp<4) über UNSETTLED (Kp=4) bis STORM (Kp>4).

Bei der Anzeige zur Solaren Röntgenstrahlung wird häufig auf Flares hingewiesen. Flares sind Eruptionen auf der Sonnenoberfläche, bei denen Strahlung freigesetzt und Materie ausgeworfen wird. Die Strahlung bewegt sich mit Lichtgeschwindigkeit und kann einige Minuten nach der Eruption von Satelliten gemessen werden.

Die Teilchen brauchen dagegen etwa zwei Tage bis sie die Erde erreichen und Polarlichter ausgelöst werden.

Flares werden logarithmisch nach ihrer Röntgenstrahlungsenergie in die Klassen A, B, C, M und X unterteilt. Die Intensität innerhalb einer Klasse wird mit einem Wert zwischen 1,0 und 9,9 festgelegt. Erreicht der Wert 10,0, wird er der nächsten Klasse zugeteilt. In der Klasse X sind auch Werte größer als 10 möglich. Die Einteilung ergibt sich aus dem Fluss der Röntgenstrahlung, die von der Sonne ausgeht, und zwar aus dem Bereich von 0,1 bis 0,8 nm (1,55 bis 12,4 keV). Die Klasse A geht von 10-8 bis 10-7 Watt pro Quadratmeter, während die Klasse X ab 10-4 Watt pro Quadratmeter beginnt.

Oft wird dann kurze Zeit später eine Polarlicht-Warnung oder ein Hinweis ausgegeben.

Wie stark die Polarlichtaktivität nach einem Koronalen Massenauswurf ist, hängt entscheidend davon ab, wieviel Masse ausgestoßen wurde, welche Geschwindigkeit sie hat und ob sie direkt in Richtung der Erde geschleudert wurde.

Große Koronale Massenauswürfe auf der Sonne sind allerdings nicht immer mit Flares assoziiert. Also können auch starke Polarlichter auftreten, ohne daß es zuvor ein Flare gegeben hat z.b. durch ein Koronales Loch oder durch den Sonnenwind.

Polarlicht und Weltraumwetter Vorhersage

Flare Wahrscheinlichkeiten / Regionale Flare Wahrscheinlichkeiten

Plot by Andreas Möller . Data by SWPC

Polarlicht Aktivität in Mittleren Breiten / Polarlicht Aktivität in Hohen Breiten

KP-Vorhersage für Mittlere Breiten (3 Tage) / KP-Vorhersage für Hohe Breiten (3 Tage)

KP-Index

Der KP-Index zeigt die Schwere des aktuell stattfindenden geomagnetischen Sturmes an ( Stärke der Magnetfeldschwankungen ) und ist damit ein Gradmesser für eventuelle Polarlichterscheinungen.Je höher der Wert, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung. Ab einem KP-Wert von 5 sind Polarlichterscheinungen im Norden Deutschlands möglich, für Süddeutschland liegt der Wert bei 7-8. Bei 9 und darüber ist eine Sichtung fast 100% sicher.

Kp=6 nur selten ( fotografisches Polarlicht möglich )

Kp=7 zu 50% ( visuelles Polarlicht möglich )

Kp=8 fast immer ( deutlich visuelles Polarlicht )

Kp=9 immer ( Helles Polarlicht in ganz Deutschland )

Quelle und Daten: GFZ Potsdam

Grundsätzliches

  • Informieren Sie sich über die aktuelle Sonnenaktivität, wenn die Sonne besonders aktiv ist und sich viele bzw große Sonnenflecken zeigen, erhöht sich die Chance auf Polarlichter.
  • Hier haben Sie keinen Einfluss, denn das Wetter an Ihrem Standort muss mitspielen. Wolkenfrei sollte der Nachthimmel schon sein. Hier gibt es den aktuellen Wolkenfilm über Deutschland: http://www.sat24.com/de
  • Suchen Sie sich einen Standort der möglichst weit weg von Städten und deren Lichtverschmutzung liegt. Auch ein Vollmond verringert die Chancen einer Sichtung erheblich.
  • Der Wichtigste Punkt. Wenn alles passt und ein Geomagnetischer Sturm aktiv ist beobachten Sie das Weltraumwetter ( http://sonnen-sturm.info/echtzeit-weltraumwetter/ ) auf dieser Seite finden Sie alle Erklärungen der Anzeigen. Wichtig ist der KP INDEX Deutschland sowie die ACE MAG & SWEPAM Daten unterhalb dieses Textes.

ACE MAG & SWEPAM

In den ACE MAG & SWEPAM Diagrammen, die das Magnetfeld und den Sonnenwind grafisch darstellen, wird obendie Stärke des Interplanetaren Magnetfeld (IMF) insgesamt als weiße Bt-Kurve angezeigt.An dieser Stelle ist auch die Stärke der Z-Komponente als rote Bz-Kurve aufgetragen. Die Polarlichtwahrscheinlichkeit ist umso höher je niedriger der Bz-Wert im negativen Bereich ist und umso höher der Bt-Wert ist.

Die hellblauePhi-Kurve zeigt einen Heliospheric Current Sheet (HCS) an, wenn ein Wechsel von 0/360 Grad nach 180 Grad oder umgekehrt erfolgt. Wichtig ist, daß diese Phi-Kurve vor und nach dem angezeigten Wechsel stabil ist. Man sollte auch wissen, daß kurz vor, während und nach nach einem HCS solare Ereignisse besonders starke Wechselwirkungen mit dem Erdmagnetfeld verursachen. Der HCS ist die mit Abstand größte von der Sonne verursachte Struktur im Sonnensystem. Es handelt sich dabei um ein riesiges Magnetfeld innerhalb des Sonnensystems, das sich ausgehend von der Äquatorialebene der Sonne bis zur Jupiterbahn erstreckt.
Die orangeDensity-Kurve stellt die Partikeldichte im Sonnenwindes dar. Für das Auftreten von Polarlicht ist eine möglichst hohe Teilchenanzahl pro Kubikzentimeter erforderlich. Je höher die Teilchenanzahl ist, desto stärker ist der Druck auf das Erdmagnetfeld. Ein starker Druck auf unser irdisches Magnetfeld wirkt sich auf die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von sichtbarem Polarlicht in erheblichem Maße aus. Die Polarlichtwahrscheinlichkeit steigt nämlich mit dem Anstieg der Teilchenanzahl und dem damit verbundenen höheren DruckDie gelbeSpeed-Kurve gibt die Geschwindigkeit des Sonnenwinds an. Je höher die Sonnenwindgeschwindikeit ist, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von sichtbarem Polarlicht.
Die grüneTemp-Kurve gibt die Temperatur der Sonnenwindteilchen an. In der Regel ist mit dem Auftreten einer Schockfront auch ein Sprung in der Temperatur der Sonnenwindteilchen verbunden. Ein solcher Temperaturanstieg kann aber hier und da auch bei normalen Bedingungen vorkommen. Von daher gesehen ist diese Kurve nicht so aussagekräftig. Wenn die Temperatur wenige Stunden nach der Ankunft eines frontal auftreffenden Partikelstroms einer Sonneneruption an der Erde merklich absinkt, dann ist die Erde in die magnetische Blase des Partikelstrom eingetreten. Die Erfahrung lehrt, daß häufig während einer solchen Passage durch die magnetische Blase stark ausgeprägte Polarlichter auftreten.

2h Ansicht:

Magnetometer

Ein Magnetometer (umgangssprachlich auch als Teslameter oder Gaußmeterbezeichnet) ist eine sensorische Einrichtung zur Messung magnetischer Flussdichten. Magnetische Flussdichten werden in der Einheit Tesla (T) gemessen.Ein geomagnetischer Sturm wird typischerweise in drei Phasen unterteilt. Die Anfangsphase zeichnet sich durch eine Schwächung des Magnetfelds um etwa 20-50 nT innerhalb einiger Dutzend Minuten aus. Nicht jedem Sturmereignis geht eine solche Anfangsphase voraus und umgekehrt folgt auch nicht jeder derartigen Störung des Magnetfelds ein Magnetsturm. Die eigentliche Sturmphase beginnt, wenn die Störung größer als 50 nT wird, wobei es sich um eine willkürlich gezogene Grenze handelt. Im Laufe eines typischen Magnetsturms wächst die Störung weiter an. Die Stärke eines Erdmagnetsturms wird als moderat bezeichnet, wenn die maximale Störung weniger als 100 nT beträgt, intensiv, wenn die Störung 250 nT nicht überschreitet und ansonsten als Supersturm. Nur selten wird eine maximale Abschwächung von etwa 650 nT überschritten, was etwa drei Prozent des Normalwerts entspricht. Die Phase dauert einige wenige Stunden und endet, sobald die Stärke der Störung sinkt, also das Erdmagnetfeld wieder beginnt zu seiner typischen Stärke anzuwachsen. Diese Erholungsphase endet mit dem Erreichen des Normalwerts und kann zwischen 8 Stunden und einer Woche dauern.Die Störung wird ausgelöst von Schockwellenfronten des Sonnenwinds, die durch Sonneneruptionen oder koronale Massenauswürfe(KMA) entstehen und etwa 24 bis 36 Stunden benötigen, um die Erde zu erreichen. Sie dauert etwa 24 bis 48 Stunden an, in Einzelfällen mehrere Tage – in Abhängigkeit von der Störungsursache auf der Sonne. Das Auftreffen der Schockfront, bestehend aus elektrisch geladenen Teilchen, auf die Magnetosphäre führt zu einer Abschwächung des Erdmagnetfeldes, das nach etwa zwölf Stunden sein Minimum erreicht.

magnetometer

Kiruna Magnetogramm

Dieses Magnetogramm zeigt die Werte von der Bodenstation in Kiruna (Schweden, Europa) an. Für Polarlichter in mittleren Breiten sollte die Ablenkung in den Daten größer als 1300nT sein.

Magnetometer Messungen von TGO, DTU Space und FMI

Im Folgenden sind einige Magnetometer, die sich in Norwegen, Dänemark und Finnland befinden entsprechend ihrem Breitengrad geordnet angegeben. Wenn ein geomagnetischen Sturm aufzieht wird er zunächst das nördlichste Magnetometer treffen, bevor die anderen Magnetometer reagieren. Wenn auch die südlicheren Stationen Dombås (DOB) und Solund (SOL) reagieren, dann könnte man auch möglicherweise in Deutschland Polarlichter sehen.
Daten vom Tromsø Geophysical Observatory (TGO), DTU Space (Technische Universität Dänemark) und Finnischem Meteorologischen Institut (FMI).

 

KP-Index Vorhersage

kp vorhersage

Aurora Vorhersage