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NASA – Swift Mission beobachtet gigantischen Mega Flare

Der NASA-Forschungssatellit Swift sollte eigentlich die genaue Lokalisierung kurzlebiger Gammablitze ermöglichen. Am 23. April entdeckte Swift jedoch den stärksten, heißesten und längsten stellaren Flare, der je von einem roten Zwergstern in der Nähe beobachtet wurde. 10.000 mal Stärker als die größte Sonneneruption die jemals aufgezeichnet wurde. Ein extremer Mega Flare!

„Wir dachten, die Flare Eruptionen aus roten Zwergen dauerten nicht länger als einen Tag, aber Swift entdeckt mindestens sieben gewaltige Ausbrüche über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen„, sagte Stephen Drake, ein Astrophysiker am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland USA, der einen Vortrag über den „Mega Flare“ auf der Tagung American Astronomical Society im August abhielt . „Das war ein sehr komplexes Event.“ In der Spitze erreichte der Flare Temperaturen von 360 Millionen Grad Fahrenheit (200 Millionen Grad Celsius), mehr als 12 Mal heißer als im Zentrum unserer Sonne!

Künstlerische Darstellung: Massivenr Megaflare auf einem roten Zwergstern im Binärsystem DG CVn, etwa 60 Lichtjahre entfernt fest. Bild NASA Goddard Space Flight Center / S. Wiessinger
Künstlerische Darstellung: Gigantischer  Megaflare ( X100.000 ) auf einem roten Zwergstern im Binärsystem DG CVn, etwa 60 Lichtjahre entfernt . Bild NASA Goddard Space Flight Center / S. Wiessinger

 

Der „Mega Flare“ ereignete sich aus einem Stern aus dem engen Doppelsternsystem DG Canum Venaticorum oder DG CVn, welches erst seit kurzen bekannt ist und etwa 60 Lichtjahre entfernt liegt. Beide Sterne sind dunkele Rote Zwerge mit Massen und Größen, die etwa ein Drittel unserer Sonne entsprechen. Die beiden Sterne umkreisen sich in ungefähr dreifacher Entfernung der Erde von der Sonne, was es für Swift schwierig macht zu bestimmen, aus welchem Stern sich die Eruption letztendlich ereignete.

„Dieses Doppelsternsystem ist schlecht erforscht, weil es nicht auf unserer Liste der Sterne steht, die für große Flares bekannt sind“, sagte Rachel Osten, ein Astronom am Space Telescope Science Institute in Baltimore

Astronomen schätzen, dass DG CVn vor rund 30 Millionen Jahren geboren wurde. Diese Sterne brechen aus dem selben Grund aus, wie es auch unsere Sonne tut. Ähnlich wie das Aufwickeln eines Gummibandes, verwickeln sich Magnetische Felder und bauen so Energie auf. Schließlich destabilisiert ein Prozess namens magnetische Wiederverbindung die Felder, was in der explosiven Freisetzung der gespeicherten Energie endet, welches uns als Flare bekannt ist. Der Ausbruch emittiert dann Strahlung über das elektromagnetische Spektrum, von Radiowellen bis sichtbaren, ultravioletten und Röntgenlicht.

Um 5:07 Uhr EDT am 23. April, trafen die ersten Röntgenstrahlen vom Mega Flare in GD CVn auf das Swift Burst Alert Telescope (BAT). Innerhalb weniger Sekunden nach dem Erfassen dieses starken Ausbruchs von Strahlung, berechnete BAT die Position der Eruption und entscheid, diese Aktivität näher zu untersuchen. In diesem Fall wendete Swift, um die Quelle näher zu beobachten . Zur gleichen Zeit registrierten Astronomen auf der ganzen Welt, dass ein extremer Ausbruch im Gange war.

„Für etwa drei Minuten nach dem BAT-Trigger, lag die X-ray Helligkeit höher als die kombinierte Leuchtkraft der beiden Sterne zusammen„, sagte Adam Kowalski vom Goddard Space Flight Center und fügte hinzu;  „Diese großen Flares aus Roten Zwergen sind äußerst selten.

 

Flares werden auf der Grundlage ihrer Röntgenemission eingestuft. Der größte Flare, den wir von unserer Sonne beobachten konnten, wurde im November 2003 beobachtet und wurde als X45 eingestuft, was schon sehr extrem ist. Der Flare aus DG CVn wäre, wenn man vom gleichen Abstand wie Erde und Sonne ausgeht, rund 10.000-mal größer gewesen und entspräche somit einem X100.000!

Aber es blieb nicht bei diesem einem extremem Flare; Drei Stunden nach dem anfänglichen Ausbruch, explodierte das System mit einem anderen Mega Flare , der fast so stark war, wie die erste. Diese Doppel Eruptionen sind auch häufig auf der Sonne zu beobachten.

In den nächsten 11 Tagen stellte Swift eine Reihe von kleineren Flares fest, vergleichbar mit Nachbeben bei einem großem Erdbeben. Alles in allem dauerte dieses stellare Flare-Event insgesamt 20 Tage, bis die Sterne wieder auf ein normales Niveau der Röntgenemission kamen.

Wie kann ein Stern, der nur ein Drittel der Größe der Sonne hat, eine solche Mega Eruption produzieren ?

Der entscheidende Faktor ist die schnelle Drehung, ein entscheidender Bestandteil zur Verstärkung und Verwirbelung der Magnetfeldern. Das Doppelsternensystem GD CVn dreht sich in weniger als einem Tag, etwa 30 mal schneller als unsere Sonne. Unsere Sonne rotierte in ihrer Jugend auch viel schneller und könnte auch solche Megaflares produziert haben, aber zum Glück für uns, ist sie nicht mehr in der Lage, solch große Flares zu verursachen.

Über Dominik

Mein Name ist Dominik, ich bin 28 Jahre alt und Gründer des Weblogs "Sonnen-Sturm.info". Die Astronomie sowie die Beobachtung der Sonnenaktivität ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit diesem Weblog möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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