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Planeten haben Einfluss auf die Sonnenaktivität

Abbildung Sonne mit den 9 Planeten
Abbildung Sonnensystem

Zürich – (Schweiz) – Überraschender Zusammenhang: Die Planeten haben offenbar einen größeren Einfluss auf die Sonnenaktivität als bisher angenommen. Diese neue Erkenntnis über die Sonnenaktivität kann dazu beitragen das Weltraumwetter vorhersagbarer zu machen.

Ein internationales Forscherteam des ETH hat Hinweise darauf gefunden, dass die Zyklen der Sonnenaktivität von der Konstellation der Planeten in unserem Sonnensystem abhängen. Hierfür berechneten die Forscher die Planetenposition der letzen 10.000 Jahre und verglichen diese mit den Sonneneruptionen in diesem Zeitraum, welche sich über Eisbohrkerne nachweisen ließen.

Jupiter und Saturn haben den meisten Einfluss

Jupiter und Saturn
Darstellung: Jupiter und Saturn

Bei den Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass sich die Aktivität der Sonne immer dann erhöhte, als die massereichsten Planeten Saturn und Jupiter den größten Einfluss auf die Schwerkraftfelder der Sonne hatten. So schwankte die Sonnenaktivität vor 88, 105, 506, sowie 1,000 und 2200 Jahren in einem sich überlagernden Rhytmus. „Diese Zyklen sind sehr stabil, ihre Stärke aber schwankt deutlich, schreiben Abreu und seine Kollegen. Gängige Modelle des solaren Magnetfelds und seiner Dynamik können diese Zyklen und ihr Verhalten nicht erklären – möglicherweise, weil sie die Sonne immer als isoliertes System betrachten, meinen die Forscher.

Weltraumwetter besser versehen

Die Forscher des ETH teilten mit, dass dieses Wissen dazu beitragen wird, die Vorhersagen für das Weltraumwetter exakter zu gestalten. Nötig sei dies u.a., da Sonneneruptionen, ob direkt oder indirekt, Einfluss auf Satelliten, Funksignale und sogar Stromnetzte auf der Erde haben. Schon mehrmals ist es im Norden zu sogenannten großflächigen Backouts durch Sonneneruptionen gekommen.

Wie vorhersagbar ist die Sonnenaktivität?

Im Schnitt treten Aktivitätsmaxima und -minima alle elf Jahre auf. Die Abfolge eines Maximums und eines Minimums bezeichnet man als Sonnenzyklus. Er entspricht der Zeit, die das globale Magnetfeld der Sonne benötigt, um sich umzupolen. Ursache dieser Prozesse sind Strömungen im Sonneninneren. Die elfjährige Dauer eines Sonnenzyklus ist jedoch nicht als strenges Naturgesetz zu verstehen, sondern eher als grobe Faustformel, die auf Erfahrungen und Aufzeichnungen der vergangenen Jahrzehnte beruht. Einzelne Sonnenzyklen können durchaus deutlich länger oder kürzer als elf Jahre sein.

Mission in der Sonne-AbbildungEin Beispiel ist das letzte Aktivitätsminimum: Anders als erwartet nahm die Aktivität der Sonne 2008/2009 nicht wieder zu. Stattdessen verharrte die Sonne bis Ende 2010/Anfang 2011 in einem Zustand geringer Aktivität. Präzise Prognosen, wie lange der momentane Sonnenzyklus sein und wann er sein Maximum erreichen wird, sind deshalb nicht möglich. Bestenfalls lässt sich eine grobe Erwartung formulieren.
Auch die genaue Stärke eines Aktivitätsmaximums lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen.

Frühwarnsysteme für Sonnenstürme

Mehrere Raumsonde und Satelliten beobachten die Sonne ständig aus dem All. Erste Anzeichen eines Sonnensturms zeichnen beispielsweise die Erdsatelliten GOES sowie die Raumsonden SoHO (Solar and Heliospheric Observatory), STEREO und SDO (Solar Dynamics Observatory) auf. Zusammen mit den Daten weiterer Sonden lassen sich dann Ausbreitungsrichtung und -geschwindigkeit des Sonnensturms bestimmen. Solche Vorhersagen bietet etwa das Space Weather Prediction Center (SWPC) des National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Die NOAA ist eine Bundesbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika.

Über Dominik

Mein Name ist Dominik, ich bin 28 Jahre alt und Gründer des Weblogs "Sonnen-Sturm.info". Die Astronomie sowie die Beobachtung der Sonnenaktivität ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit diesem Weblog möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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