Astrologie vs. Astronomie – wo liegt eigentlich der Unterschied?

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Astronomie oder Astrologie?

Viele Menschen verwechseln gerne mal die Astronomie mit der Astrologie oder verwenden die Worte synonym. Die Begriffe mögen zwar ähnlich klingen, sind aber doch verschieden. Während die Astronomie sich als anerkannte Naturwissenschaft durch deutungsfreie Beobachtung und Erforschung mit dem Sternenhimmel auseinandersetzt, versteht sich die Astrologie als Pseudowissenschaft. Astrologen deuten die Sterne unter bestimmten Aspekten und Zusammenhängen. Dieser Artikel beschreibt die Unterschiede zwischen der Astronomie und der Astrologie und verrät außerdem das eine oder andere astrologische Geheimnis.

Sowohl die Astrologie als auch die Astronomie beschäftigen sich mit den Sternen und Planeten unseres Universums. Bildquelle: Triff – 1029243295 / Shutterstock.com

 

Egal ob Astronomie oder Astrologie, die Sterne sind für beide Bereiche gleichermaßen von Bedeutung. Im Mittelalter gingen die heute gegensätzlichen Lehrbereiche noch Hand in Hand und waren Teil derselben Wissenschaft. Bekannte Wissenschaftler wie Johannes Kepler erforschten den Sternenhimmel und erstellten zudem Horoskope. Noch heute glauben viele Menschen an die Deutungen des Horoskops und die darauf basierende Aussagen, wie zum Beispiel welche Sternzeichen öfter Glück haben. 35% der Deutschen lesen regelmäßig ihr Horoskop, dabei glauben mehr Frauen als Männer an die Wahrheit der Deutungen.

Astronomie – Wissenschaft der Gestirne

Die Astronomie ist die wohl älteste Wissenschaft der Menschheitsgeschichte. Ihren Ursprung hat sie in der Astrologie, die schon lange kein Teil der Naturwissenschaft mehr ist. Astronomie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Sternenkunde“. Es setzt sich aus dem griechischen ástron „Stern“ und nómos „Gesetz“ zusammen. In der Astronomie werden Himmelskörper wie die Sonne oder der Mond, interstellare Materie sowie die Strahlung im Weltall untersucht. Mit naturwissenschaftlichen Mitteln sollen die Positionen, Bewegungen und Eigenschaften dieser drei Untersuchungsobjekte erforscht werden.

Die Astronomie strebt dabei auch nach dem Verständnis des Aufbaus und der Entstehung des Universums, um es als Ganzes und in seiner Gänze zu begreifen. Untergliedert ist die Wissenschaft in folgende Forschungsbereiche:

Was ist Astrologie?

Während die Astronomie sich mit der Erforschung der Himmelskörper beschäftigt, ist die Astrologie für die Deutung der Himmelskörper zuständig, sie ist die Lehre der Deutung der Sterne. Das Wort stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus astron „Stern“ und logos „Lehre“. Für ihre Deutungen setzt die Astrologie astronomische Ereignisse und Gestirns-Konstellationen in Zusammenhang mit irdischen Vorgängen. Astronomische Erkenntnisse über die Himmelskörper sind demnach die Voraussetzung für astrologische Deutungen. Ihren Ursprung hat die Pseudowissenschaft in dem Glauben, die Götter würden ihre Handlungen durch Himmelsphänomene ankündigen. Dem ursprünglichen Glauben entsprechend war die Astrologie zur Zeit der alten Griechen auf dem Höhepunkt ihrer Popularität. Durch die Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde sie dann aber zunehmend aus dem Universitätsbereich verdrängt und durch die Astronomie ersetzt.

Das Horoskop – Werkzeug der Astrologie

In der westlichen Astrologie werden Deutungen und Aussagen meist aus einem Horoskop abgeleitet, dieses ist das wichtigste Werkzeug der Astrologen. Das Horoskop stellt die Himmelskörper in einer bestimmten Position und in Bezug auf einen bestimmten Ort und Zeitpunkt dar. Dabei werden die Planetenpositionen der größten und bekanntesten Himmelskörper, wie Sonne und Erdmond, dargestellt und in die Deutungen einbezogen. Generell besteht ein Horoskop aus den folgenden vier Elementen:

Das Horoskop basiert auf dem Glauben, aus der Position und den Bewegungen der Himmelskörper in Zusammenhang mit den Tierkreiszeichen, den Horoskop-Häusern und dem Aszendenten, könnten Rückschlüsse auf die Persönlichkeit eines Menschen und zukünftige Ereignisse gezogen werden.

Die zwölf Sternzeichen

Auch wer nicht an die Bedeutung und Verlässlichkeit von Horoskopen glaubt, kennt meist sein eigenes Sternzeichen. Viele sind auch mit den Horoskopen in Zeitungen und Zeitschriften vertraut, die im Tages- Wochen- oder Monatstakt erscheinen. Zu Beginn jedes Jahres gibt es häufig Sonderausgaben mit großen und ausführlichen Jahreshoroskopen. Unabhängig von täglichen, wöchentlichen oder jährlichen Horoskopen werden auch jedem Tierkreiszeichen unterschiedliche Grundeigenschaften zugeschrieben. So hat der Zwilling zum Beispiel Glück im Spiel, vor allem wenn es um die Höhe des Lottogewinns geht. Während Stier, Widder und Jungfrau sich ebenfalls nicht über ihr Spielglück beklagen können, gewinnen Schützen und Skorpione deutlich weniger häufig als Menschen mit dem Sternzeichen Zwilling, so die Astrologie.

Folgende Sternzeichen gibt es in der westlichen Astrologie:

Neben der westlichen Astrologie sind die chinesische und indische Astrologie sehr populär und finden auch im Westen Anhänger.

Wissenschaft vs. Schicksalsdeutung

Die Astronomie ist also eine exakte Naturwissenschaft, während es sich bei der Astrologie um eine Pseudowissenschaft handelt. Dabei basiert die Astrologie auf der Astronomie. Früher gingen beide Bereiche Hand in Hand, heute ist die Astrologie auf dem absteigenden Ast und die Astronomie wird immer populärer.

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