Liebe Polarlicht-Fans und Weltraumwetter-Interessierte,
herzlich willkommen zu unserem Weltraumwetter-Update. Der Januar 2026 bleibt ein echtes Highlight im Sonnenzyklus Nr.25. Nach dem dramatischen X1.9-Flare am 18. Januar, dem S4-Protonensturm und dem G4-geomagnetischen Sturm am 19./20. Januar hat sich die Lage deutlich entspannt, doch die Sonne ist noch lange nicht ruhig.
Was ist gerade los? – Der Rückblick auf den Mega-Sturm ab dem 19. Januar 2026
Der Höhepunkt lag zwischen dem 19. und 21. Januar:
- X1.9-Klasse Sonneneruption (18. Januar, 18:09 UTC) aus der Region AR 4341 → starker R3-Radio-Blackout.
- Koronaler Massenauswurf (CME) traf die Erde früher als erwartet am 19. Januar ~19:15 UTC.
- Geomagnetischer Sturm G4 (Kp bis 8) → weltweit sichtbare Polarlichter, sogar bis Süddeutschland, Frankreich und Ungarn!
- S4 Solar Radiation Storm (Protonenflux >10 MeV weit über 1000 pfu) – einer der stärksten seit 2003/2005. Astronauten auf der ISS suchten Schutz, Polarflüge wurden umgeleitet.
Viele von euch haben atemberaubende Fotos geschickt, danke dafür ! Die Polarlichter tanzten in intensiven Grün-, Rot- und Violetttönen.
Polarlichter waren auch in Österreich sichtbar, wie hier in Kleinfleißkees:

Aktueller Status – 23. Januar 2026, ca. 09:30 Uhr
Die Sonne hat sich beruhigt, der große Sturm ist vorbei:
- Sonnenfleckenzahl: 166 (Stand 22. Januar, sehr hoch für diese Phase)
- 10,7 cm Radioflux: ~194 sfu (deutlich über dem Durchschnitt)
- Sonnenwind: ~500–730 km/s (aktuell ~502 km/s), Bt ~5–7 nT, Bz leicht negativ bis neutral
- Kp-Index: Letzte 24 Stunden max. Kp 4 (unruhig, kein Sturm mehr) – aktuell Kp 3–4
- Geomagnetische Aktivität: Ruhig bis leicht unruhig (G0–G1 möglich)
- Protonenflux (>10 MeV): Sinkt weiter, S1-Niveau überschritten, aber nicht mehr S2/S4
- Aktive Regionen: AR 4341 (Beta, stabil, flare-produktiv), AR 4349 (neu, Beta), mehrere C-Flares in den letzten Tagen (zuletzt C8.6 am 21. Januar, C8.3 am 22. Januar)
Keine M- oder X-Flares in den letzten 36 Stunden, die Flare-Wahrscheinlichkeit ist aber weiter erhöht.
Polarlicht-Chancen in den nächsten Tagen
Die großen Shows sind vorbei, aber kleine Überraschungen sind möglich:
- 23.–24. Januar: Kp max. erwartet 4–5 (G1 möglich) → Polarlichter nur in Skandinavien, Schottland, Norddeutschland bei sehr dunklem Himmel und hoher Aktivität.
- 25.–27. Januar: Wahrscheinlichkeit sinkt weiter (Kp 3–4).
- Langfristig: Der Januar-Mittelwert der Sonnenfleckenzahl liegt bei ~110–114 – der Zyklus bleibt aktiv. Weitere CMEs oder schnelle Sonnenwindströme können jederzeit neue G1–G2-Stürme bringen.
In Deutschland: Die Chance auf Sichtungen ist aktuell gering (Kp <5), aber haltet die Augen offen, Substürme können kurzzeitig alles ändern!
Auswirkungen – Was hat der Sturm angerichtet?
- Technik: GPS/Ungenauigkeiten bei Präzisionslandwirtschaft und Flügen, temporäre HF-Störungen, Satelliten im Low-Earth-Orbit hatten erhöhten Luftwiderstand.
- Gesundheit: Erhöhte Strahlung für Polarflüge und Astronauten – alles im grünen Bereich, keine Schäden berichtet.
- Stromnetze: Keine größeren Probleme, aber G4-Stürme können Transformatoren belasten (wie 1989 oder 2003).
Der Januar 2026 zeigt wieder: Der Sonnenzyklus 25 ist stärker als viele Modelle 2019 prognostiziert hatten.
Ausblick – Wie geht’s weiter?
- Nächste 3 Tage: Flare-Wahrscheinlichkeit R1–R2 bei 60 %, R3+ bei 15 %. G2-Sturm-Chance ~10–15 %.
- Rest Januar / Februar: Sonnenfleckenzahl voraussichtlich 110–130, anhaltende Chance auf starke Flares und CMEs.
- Tipp: Verfolgt die Echtzeit-Daten auf NOAA SWPC oder unserer Echtzeit-Seite!
Bis zum nächsten Update!
Dominik und Mira
Quellen: NOAA Space Weather Prediction Center, SIDC – Stand 23. Januar 2026

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