Schumann-Frequenz

Aktuelle Schumann Resonanz Frequenz live

Schumann Resonanz Frequenz
Räumliche Ausdehnung der Schumann Frequenz

Auf dieser Seite findest du die aktuelle Schumann Resonanz in Echtzeit. Durch Blitze und andere Vorgänge in der Atmosphäre, u.a. auch das Weltraumwetter, werden elektromagnetische Wellen erzeugt, die zwischen der Erdoberfläche und der Ionosphäre um die Erde laufen. Wenn diese Strahlung die richtige Wellenlänge hat, kommt es zu einer Verstärkung und Überlagerung. So enstehen stehende Wellen, die in etwa achtmal pro Sekunde um die Erde laufen. Diese Resonanz nennt man Schumann-Resonanz, benannt nach seinem Entdecker Winfried Schumann, Physiker der TU München. Die Grundfrequenz liegt bei 7.83 Hz

Schumann Frequenz – Live Monitor

 

Schumann Resonanz
Das Bild zeigt alle 4 Schumann Resonanzen live in einem Spektrum über die Zeit an. Die Intensität des Ausschlags bedeutet dabei keine Erhöhung der Frequenz, sondern einen Anstieg der Amplitude (Ladung,Energie) der Schumann-Frequenzen. Sehr intensiv ist das zum Beispiel bei einem Sonnensturm zu erkennen.
Abhängigkeit der Amplituden der Schumann-Resonanz in Hertz
Abhängigkeit der Amplituden der Schumann-Resonanz in Hertz

 

Leistungsfaktors der Schumann-Resonanz
Leistungsfaktors der Schumann-Resonanz

 

Die Ortszeit wird in Stunden der Tomsker Sommerstandardzeit (TSST) ausgedrückt. TSST = UTC + 7 Stunden.

Entdeckung und Berechnung der Schumann Frequenz

Auf der Erde sind zu jeder Zeit etwa zweitausend Gewitter tätig. Ihre Blitze erzeugen als
überdimensionale Funken elektromagnetische Wellen, die sich zwischen der Erdoberfläche und der
Ionosphäre ausbreiten. Erdoberfläche und Ionosphäre sind gute, kugelförmige elektrische Leiter.

Der Raum zwischen ihnen stellt einen Resonator dar, in dem sich, angeregt durch die Blitze der
Gewitter, stehende elektromagnetische Wellen ausbilden. Diese Eigenschwingungen des
Erdoberfläche-Ionosphäre-Resonators wurden von W. O. Schumann 1952 erstmals vorhergesagt

Schumann berechnete auch das Spektrum dieser Resonanzen. Es besteht aus „Linien“
extrem niedriger Frequenz (Größenordnung Hz) und geringer Intensität, für die sich zu Recht der
Name Schumann-Resonanzen eingebürgert hat. Erste Messungen der Resonanzen veröffentlichte
Schumann 1954 zusammen mit seinem Mitarbeiter H. L. König.

In der Folgezeit wurde der Nachweis mehrfach bestätigt, zum Beispiel von Balser und Wagner im Jahr 1960.
Schumann berücksichtigte bei seinen Rechnungen die endliche Leitfähigkeit der Ionosphäre. Sie
sind mathematisch aufwändig. Setzt man unendlich gute Leitfähigkeit für Erdoberfläche und
Ionosphäre voraus, lassen sich die Frequenzen der Resonanzen auch näherungsweise berechnen –
eine umfangreiche, aber überschaubare Übung in Elektrodynamik zeitlich veränderlicher Felder.

Die Feldstärken der Schumann-Wellen sind, wie schon angedeutet, verschwindend klein. Dazu
einige Zahlenwerte: Die Amplitude der elektrischen Komponente beträgt etwa 300 μV/m, das ist
der 2,5-millionste Teil des Schönwetterwerts der statischen Feldstärke von 120 V/m. In ähnlicher
Weise ist die Amplitude der magnetischen Feldstärke, die in der Größenordnung von 1 pT (picoTesla) liegt, um fast acht Zehnerpotenzen kleiner als die Feldstärke des Erdmagnetfeldes von etwa
40 μT.

Das heißt, der Nachweis der Schumann-Resonanzen erfordert extrem rauscharme „Empfänger“.
Professionelle Geräte benutzen meist magnetische Antennen und werden z. B. weltweit zur Ortung von
Gewittern eingesetzt. Ein Überblick über den derzeitigen Stand der Gewitterortung geben K. Schlegel
und M. Füllekrug in einem Artikel mit dem Titel „Weltweite Ortung von Blitzen: 50 Jahre SchumannResonanzen“

 

Literatur

  • Kristian Schlegel, Martin Füllekrug: Weltweite Ortung von Blitzen: 50 Jahre Schumann-Resonanzen. Physik in unserer Zeit 33(6), 2002, ISSN 0031-9252, S. 256–261.
  • John David Jackson: Klassische Elektrodynamik. 4. Auflage. Gruyter, Berlin 2005, ISBN 978-3-11-018970-4.
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