Aktuelles Weltraumwetter 12. Januar 2026
G2-Sturm am 10.1. + Ausblick auf neue Polarlicht-Chancen
Liebe Weltraumwetter-Fans und Polarlicht-Jäger,
willkommen zu unserem neuesten Update aus dem Sonnensystem! Der Sonnenzyklus 25 zeigt sich im Januar 2026 von seiner dynamischsten Seite. Nach intensiven geomagnetischen Stürmen und atemberaubenden Polarlichtern in den letzten Tagen beruhigt sich die Lage etwas, doch die Sonne plant bereits das nächste Spektakel. In diesem detaillierten Weltraumwetter-Bericht werfen wir einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen, einschließlich koronaler Massenauswürfe (CMEs), Sonnenflares und Polarlicht-Vorhersagen. Ideal für alle, die in Deutschland oder Europa auf die nächsten Polarlichter warten.
Die Highlights der letzten Tage: Ein Cannibal-CME trifft die Erde
Der 10. Januar 2026 markierte einen Höhepunkt der Aktivität: Wie vorhergesagt, schlug ein koronaler Massenauswurf (CME) um 20:30 UTC auf die Erdatmosphäre ein. Es handelte sich möglicherweise um einen sogenannten Cannibal-CME , eine Verschmelzung zweier CMEs, die sich auf dem Weg zur Erde ineinander verflochten haben. Das Ergebnis? Ein geomagnetischer Sturm der Stärke G2 (moderate), der das Erdmagnetfeld ordentlich durchrüttelte.
Die Auswirkungen waren spektakulär: Polarlichter leuchteten hell über dem Polarkreis auf. Eva Kristiansen aus Tromsø in Norwegen fasste es treffend zusammen:
„Die Nordlichter waren sehr beeindruckend– wie etwas aus einem Märchen!“
Taken by Eva Kristiansen on January 10, 2026 @ Tromsø Norway
Sichtungen gab es nicht nur in Norwegen, sondern auch in Island, Nordskandinavien, Schottland, Nordkanada und Alaska. Sogar in mittleren Breiten wie Norddeutschland oder dem Baltikum gab es vereinzelte Berichte von schwachen Auroren, wenn die Bedingungen (wie ein stark südwärts gerichtetes Bz-Feld) passten. Der Kp-Index kletterte bis auf 6, was für minor bis moderate Stürme (G1–G2) sorgte. Diese Ereignisse erinnern uns daran, warum Sonnenstürme nicht nur wissenschaftlich faszinierend, sondern auch visuell atemberaubend sind.
Aktuelle Lage: Die Sonne bleibt unruhig

Stand 12. Januar 2026 (Mittag CET) hat sich das Erdmagnetfeld etwas beruhigt, vibriert aber noch nach. Hier die wichtigsten Messwerte:
- Sonnenflecken und aktive Regionen: Die Sonne ist fleckig und aktiv! Wichtige Regionen wie AR 4334, AR 4336 und neu eintreffende, noch unnummerierte Gruppen dominieren. AR 4336 zeigt eine gute Neigung zu Flares mit potenziellen R1–R2-Radio-Blackouts bis zum 13. Januar.
- Stärkste Flares: In den letzten Tagen gab es mehrere C-Klasse-Flares. Der Höhepunkt war ein M3.3-Klasse-Flare am frühen Morgen des 12. Januar, allerdings auf der sonnenabgewandten Seite (Farside), knapp hinter dem östlichen Rand.
- Koronale Löcher: Das koronale Loch CH 12/13 sorgt für einen leicht erhöhten schnellen Sonnenwind, der die aktuelle Unruhe verstärkt.
- Geomagnetische Bedingungen: Nach dem Peak am 10.–11. Januar (Kp bis 6) ist es nun unruhig bis aktiv (Kp 2–4). Gelegentliche G1-Stürme sind bis Ende des Tages möglich.
- Polarlicht-Chancen heute Nacht: In hohen Breiten (z. B. Nordskandinavien, Island, Alaska) sind die Chancen gut. In Deutschland (z. B. Norddeutschland) oder Mitteleuropa sinken sie auf sehr gering, nur bei Kp ≥5 und günstigem Bz könnte es Überraschungen geben.
Zum zweiten Mal in einer Woche hat sich ein signifikanter CME von der Farside gelöst. Diese Ereignisse sind verbunden: Eine hochaktive Sonnenfleckengruppe mit starkem Flare-Potenzial rotiert durch die Sonnenrotation in unsere Richtung und wird Ende dieser Woche (ca. 15.–17. Januar) der Erde zugewandt sein. Das könnte neue M-Flares und erderichtete CMEs bedeuten.
Ausblick: Was erwartet uns in den nächsten Tagen?
Die Sonne bleibt weiter aktiv. Hier der Weltraumwetter-Ausblick für die kommenden 3–5 Tage:
- 12.–13. Januar: Nachklang des aktuellen CMEs und des koronalen Lochs. Erwartet unsettled/active Bedingungen (Kp 3–4), mit abnehmender Intensität. Polarlichter bleiben in nördlichen Regionen möglich.
- 13.–14. Januar: Leichte Reaktivierung durch den Rand des CH 12/13 – Kp könnte auf 3–4 steigen, was schwache Nordlichter in Skandinavien oder Norddeutschland begünstigt.
- Ab 15. Januar: Die flare-aktive Region tritt ins Rampenlicht! Steigende Chancen auf C- und M-Flares, potenziell mit CMEs, die die Erde erreichen könnten. Das Maximum des Sonnenzyklus 25 könnte uns weitere Sonnenstürme und Polarlichter in Deutschland bescheren.
Warum ist Weltraumwetter wichtig? Tipps für Beobachter
Weltraumwetter beeinflusst nicht nur unsere Atmosphäre, sondern auch Technik: Starke Sonnenstürme können Satelliten stören oder Stromnetze belasten. Für Hobby-Astronomen und Fotografen sind sie jedoch ein Geschenk, denken Sie an die „märchenhaften“ Lichter aus Norwegen!
(Quellen: spaceweather.com, NOAA SWPC, SpaceWeatherLive.com – Stand 12. Januar 2026, 14:09 CET. Alle Daten geprüft und aktualisiert.)