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Nachtrag & Update: Kein Geomagnetischer Sturm der Kategorie G2 eingetroffen

Die Vorhersage für Anfang Januar 2026 im Rückblick

Geschätzte Lesedauer: 2 minuten

In unserem Beitrag vom 2. Januar 2026 hatten wir über die NOAA-Warnungen für mögliche G1- bis G2-geomagnetische Stürme am 1.–4. Januar berichtet, ausgelöst durch mehrere koronale Massenauswürfe (CMEs), darunter den starken M7.1-Flare vom 31. Dezember aus der Region AR4324. Viele Polarlicht-Fans in Deutschland hatten sich berechtigte Hoffnungen auf Sichtungen gemacht.

Die Realität sah jedoch anders aus.

Die erwarteten CMEs trafen die Erde zwar teilweise, führten aber nicht zu den prognostizierten starken geomagnetischen Störungen. Laut den offiziellen Auswertungen von NOAA/SWPC und anderen Quellen (u. a. SpaceWeatherLive, EarthSky) blieb die geomagnetische Aktivität im Zeitraum 1.–5. Januar 2026 überwiegend ruhig bis leicht unruhig

  • Am 2. Januar gab es einen kurzen G1-Sturm (minor) – der stärkste Effekt in diesem Zeitraum.
  • Am 3. Januar (dem Haupt-Ereignistag in vielen Vorhersagen) erreichte der Kp-Index maximal Werte um 4 (active), teilweise sogar nur 3–4. Die erhofften Kp 5–6 blieben aus.
  • Am 4. und 5. Januar sank die Aktivität weiter auf Kp 2–3 zurück, mit nur noch leichten Einflüssen des anhaltenden schnellen Sonnenwinds aus koronalen Löchern.

Die CME vom 31. Dezember führte zu einem glancing blow (streifenden Kontakt) mit nur mäßiger Verstärkung des Sonnenwinds (Geschwindigkeiten meist 420–650 km/s, Bz-Komponente überwiegend nicht ausreichend südgerichtet). Das Ergebnis: keine nennenswerten Polarlichter in Mitteleuropa, höchstens sehr schwache Erscheinungen weit im Norden Skandinaviens.

Warum hat die Vorhersage nicht gepasst?

Weltraumwetter-Vorhersagen sind nach wie vor herausfordernd. Selbst moderne Modelle (Enlil, WSA-Enlil usw.) können die exakte Ausrichtung des interplanetaren Magnetfeldes (IMF) und die genaue Wechselwirkung mit dem Erdmagnetfeld erst wenige Stunden im Voraus zuverlässig bestimmen. In diesem Fall fehlte die entscheidende stark südliche Bz-Komponente, die für heftige Stürme nötig ist.

Kurz gesagt: Die Sonne hat geliefert, die Erde wurde jedoch nicht richtig getroffen.

Was bleibt für Polarlicht-Fans in Deutschland?

  • Wir befinden uns weiterhin in einer aktiven Phase des 25. Sonnenzyklus → die Chancen auf starke Ereignisse bleiben bis mindestens Mitte/Ende 2026 gut.
  • Nächste mögliche Fenster: wiederkehrende koronalen Löcher und neue Flares aus den aktiven Regionen (aktuell u. a. AR4323–4325).
  • Tipp: Nutzt Echtzeit-Dienste wie die NOAA 3-Tage-Prognose, SpaceWeatherLive-App oder unseren Live-Ticker, um bei echten Events schnell reagieren zu können.

Wir bedanken uns bei allen, die mit uns gewacht und gehofft haben und versprechen: Beim nächsten echten Sonnensturm seit Ihr die ersten die davon erfahren.

Sonnenzyklus 25 - meteo.plus
Sonnenzyklus 25 – meteo.plus

Quellen (Stand 5.1.2026):

  • NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC)
  • SpaceWeatherLive.com
  • EarthSky Sun News Updates
  • GFZ Potsdam (Kp-Index-Daten)

Dominik Zgrzendek

Mein Name ist Dominik Zgrzendek, ich bin 37 Jahre alt und Gründer des Weblogs "Sonnen-Sturm.info". Die Astronomie, sowie die Beobachtung der Sonne, ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit dieser Seite möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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