Home / Astronomie / Die schönsten Planetarischen Nebel

Die schönsten Planetarischen Nebel

Die schönsten Planetarischen Nebel

Planetarische Nebel machen den Weltraum erst so richtig bunt. Man kennt mittlerweile über 1.500 dieser Objekte in unserer Milchstraße und dank des Hubble Weltraum-Teleskops gibt es von vielen auch atemberaubende Aufnahmen. Im Folgenden sollen einige der schönsten Aufnahmen gezeigt werden – aber natürlich nicht ohne vorher lehrreich darzulegen, was Planetarische Nebel eigentlich sind!

Obwohl sie farbenfroh und schön erscheinen, sind Planetarische Nebel ein Beweis dafür, dass selbst die Objekte des Weltraums vergänglich sind. Sie entstehen, wenn ein durchschnittlicher Stern wie unsere Sonne am Ende seiner Existenz angelangt ist. Dies geschieht meistens ungefähr 10 Milliarden Jahre nach der Entstehung des Sterns – ein Sternenleben ist also recht langlebig bevor es sich seinem nebligen Ende nähert.
In den allermeisten Sternen wird im Zuge der Proton-Proton-Reaktion Wasserstoff zu Helium fusioniert. Dieser Fusionsprozess erzeugt einen Strahlungsdruck, der ein Gegengewicht zur Eigengravitation eines Sterns darstellt und diesen so stabil hält. Gäbe es diesen Strahlungsdruck nicht, hätte unsere Sonne schon längst das Zeitliche gesegnet!

„In jeder großen Trennung liegt ein Keim von Wahnsinn“, sagte schon Goethe – und so beginnt ein Stern nach dem Ende der Wasserstoff-Fusion erst richtig mit dem stellaren Spektakel! Sobald der Wasserstoff aufgebraucht ist, sinkt der Strahlungsdruck und der Stern muss der Eigengravitation etwas nachgeben, woraufhin er sich zusammenzieht. Die Temperatur steigt nun an und eröffnet die Bedingung für die nächste Fusionsstufe: Helium kann nun zu Kohlenstoff umgewandelt werden und auch in den äußeren Schichten des Sterns beginnt der Fusionsprozess. Der Stern wächst im Zuge dieses Schalenbrennens an und macht seinen Abschied auch für die sonnennahen Planeten unvergesslich. Im Falle unserer Sonne werden Merkur und Venus verschlungen und auch die Erde gänzlich vernichtet.
Während des Wachstumsprozess stößt der Stern seine äußeren Hüllen ab. Nachdem er seine volle Größe erreicht hat, implodiert er und zurück bleibt ein super verdichteter Weißer Zwerg. Dieser Weiße Zwerg ist so heiß, dass er die abgestoßenen Gashüllen zum Leuchten anregt. Das Resultat ist ein Planetarischer Nebel – der leuchtende Überrest eines einst mächtigen Sterns.

Der Ringnebel

NASA/Hubble©

Der Ringnebel ist ein klassischer Planetarischer Nebel, der durch seine runde Form gut erahnen lässt, wie der dort einst vorhandene Stern seine Gashüllen kugelförmig abgestoßen hat. Der Ringnebel existiert bereits seit 20.000 Jahren und befindet sich in 2.300 Lichtjahren Entfernung zur Erde.

Der Stundenglasnebel

© NASA/Hubble

Der Stundenglasnebel zeigt, dass ein Großteil der Planetarischen Nebel keine kugelförmige Form hat. Die Gründe können sehr unterschiedlich sein – in diesem Fall ist wohl ein nach wie vor sehr ausgeprägter Sternenwind verantwortlich, der die Gasschichten schnell auseinander treibt.

Der Red-Spider-Nebel

© NASA/Hubble

In der Mitte des Red-Spider-Nebels befindet sich einer der heißesten Weißen Zwerge überhaupt. Dieser kleine Sternenüberrest erreicht eine Temperatur von über 150.000 Grad. Damit kann er einen extrem energiereichen Sternenwind erzeugen, der den Nebel auch noch lange Zeit nach seiner Entstehung zum Leuchten anregt.

Der Katzenaugennebel

© NASA/Hubble

Dieser komplexe Nebel wurde bereits im 18. Jahrhundert von William Herschel entdeckt, der übrigens auch den irreführenden Namen „Planetarische Nebel“ prägte. Er ging davon aus, dass es sich um Gasplaneten handelt. Heute weiß man es besser, der Name hat sich jedoch gehalten.

Der Ameisennebel

© NASA/Hubble

Der Ameisennebel ähnelt dem Stundenglasnebel, erinnert durch sein Aussehen aber eher an den Thorax einer Ameise. Er breitet sich strahlenförmig mit einer Geschwindigkeit von ca. 50 km/s aus und befindet sich in einer Entfernung von 8.000 Lichtjahren zur Erde.

Mehr Informationen über Planetarische Nebel gibt es in diesem Video von Astro-Comics TV:

Über Tim Julian Ruster

Tim Ruster ist Astro-Cartoonist und Planetariumsführer.Er wurde 1991 in Köln geboren, wo er auch heute noch lebt und viel Zeit mit dem Zeichnen neuer Astro-Comics verbringt. Seit vielen Jahren arbeitet er ehrenamtlich im Kölner Planetarium und erklärte dort schon unzähligen Besuchern den Sternhimmel und die Geheimnisse des Weltalls. Durch die vielen guten Fragen, die bei diesen Führungen vor allem von Kindern gestellt werden, kam er im Jahre 2015 auf die Idee, den Weltraum durch Zeichnungen zu erklären : Astro-Comics war geboren!Astro-Comics entwickelte sich zu einem richtigen Projekt und wurde schnell bekannter. Obwohl Tim Ruster 2016 sein juristisches Staatsexamen abgelegt hat, widmete er Astro-Comics jede freie Sekunde. Heute haben die astronomischen Cartoons schon tausende Fans bei Facebook, Instagram und Twitter und haben vielen Menschen den Weltraum etwas näher gebracht.Tim Ruster veröffentlicht die Astro-Comics nicht nur auf www.astro-comics.de und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in mehreren Online- und Printformaten.

Dies könnte Sie auch Interessieren

sonne erdklima

Die Sonne: Motor des Erdklimas

Der Stern, von dem wir leben, hat jedoch keinen Einfluss auf den gegenwärtigen globalen Temperaturanstieg …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.