Blog News

Schwarzes Loch in der Nähe der Erde entdeckt

Geschätzte Lesedauer: 2 minuten

Schwarze Löcher verbergen sich meistens in den Tiefen der Milchstraße. Doch nun haben Wissenschaftler ein Exemplar entdeckt, das sich in der galaktischen Nachbarschaft der Erde befindet. 

Die bekanntesten Schwarzen Löcher bilden die Mittelpunkte von Galaxien. So befindet sich auch im Zentrum der Milchstraße ein solches supermassives Ungetüm mit dem Namen Sagittarius A*. Diese supermassive Schwarzen Löcher besitzen meist mehrere millionen Sonnenmassen, können also durch ihre Gravitation ganze Galaxien in ihrem Bann halten.

So könnte ein supermassives Schwarzes Loch mit Akkretionsscheibe aussehen
So könnte ein supermassives Schwarzes Loch mit Akkretionsscheibe aussehen – NASA/JPL-Caltech

In den Galaxien verteilt finden sich allerdings auch leichtere Exemplare, sogennante stellare Schwarze Löcher. Diese entstehen, wenn sehr schwere Sterne am Ende ihrer Existenz kollabieren und sich ihre Restmasse ausreichend verdichtet. Ein solches stellares Schwarzes Loch haben Wissenschaftler der Europäischen Südsternwarte (ESO) nun in nur 1000 Lichtjahren Entfernung zur Erde entdeckt.

Die Entdeckung war ein reiner Zufall: Eigentlich war das Forscherteam auf der Suche nach Doppelsternsystemen. Eines der gefunden Systeme mutete allerdings seltsam an – es beherbergt zwei Sterne, die sich um einen scheinbar unsichtbaren Mittelpunkt bewegen. Gemäß der Masse der Sterne muss dieser Mittelpunkt ein ordentliches Gewicht besitzen. Ein schweres Objekt, das unsichtbar ist? Das kann nur ein Schwarzes Loch sein!

Die Entdeckung des Schwarze-Loch-Systems HR 6819 wirft viele Fragen auf. Kann es sein, dass es keine Seltenheit ist, dass sich in der Mitte eines Systems ein Schwarzes Loch verbrigt? Könnte unter solchen Bedingungen vielleicht sogar Leben auf Exoplaneten entstehen? Wie viele Planeten haben wir bislang nicht gefunden, weil es keinen Stern gibt, um den sie sich drehen?

Künstleriche Darstellung des Systems HR 6819
Künstleriche Darstellung des Systems HR 6819 – ESO/L. Calçada

Entgegen weit verbreiteter Vorstellung werden Himmelskörper, die sich um ein Schwarzes Loch drehen, übrigens nicht zwangsläufig eingesogen. Dies geschieht nur, wenn man eine kritische Grenze überschreitet und sich dem Schwarzen Loch zu sehr annähert.

Weitere Informationen zu der Entdeckung des erdnächsten Schwarzen Loches erhaltet Ihr in diesem Video von Astro-Comics TV:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"