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X-Klasse Flare – X1.1 Sonneneruption aus der Sonnenfleckengruppe 2192

+++ X-Klasse Flare +++

Aus der Sonnenfleckengruppe 2192 löste sich eine starke X1.1 Sonneneruption mit einem Höchststand um 07:03 Uhr. Trotz der langen Dauer von über einer Stunde und der Helligkeit dieser Veranstaltung, ist bisher kein starker koronaler Massenauswurf (KMA) auf den Aufnahmen der Koronagraphen zu sehen. Die Sonnenfleckengruppe ist in noch keiner guten Position für Ausbrüche in Richtung Erde.

 

Aufnahme der Sonnenfleckengruppe 2192 von "Tosi" am 18. Oktober 2014
Aufnahme der Sonnenfleckengruppe 2192 von „Tosi“ am 18. Oktober 2014

Analyse der Sonnenfleckengruppe 2192

Die Sonnenfleckengruppe 2192 veränderte sich den letzten 24 Stunden kaum . Sie weist eine große, sowie 2 kleinere Magnetische Delta-Strukturen auf und legte an kleineren Flecken im nördlichen Bereich des großen Kerns zu. Der Kernschatten ( Umbra ) ist der dunkle Kern der Sonnenflecken, während die Penumbra ( Halbschatten ) den Dunklen Kern umgibt. Ein Beispiel dazu sehen Sie im unteren Bild. Weitere isoliert mäßige ( M-Klasse ) bis starke ( X-Klasse) Sonneneruptionen sind in den kommenden Stunden und Tagen möglich, da die Region noch keine Anzeichen eines Verfalls aufweißt.

Die aktuelle Position der Gruppe ist für Eruptionen in Richtung Erde noch nicht optimal. Eine Optimale Position erreicht Sie in ca. 5-6 Tagen, dann hat Sie in etwa die Mitte der Sonnenscheibe erreicht. Alle künftigen Eruptionen in den kommenden Tagen werden jedoch mit größer werdender Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf uns haben.+

 

Die Sonnenfleckengruppe ist zwar sehr groß und beeindruckend, jedoch nichts ungewöhnliches oder gefährliches. Große Sonnenflecken können große Sonneneruptionen verursachen, diese Solaren Flares sind Gebilde erhöhter Strahlung innerhalb der Chromosphäre der Sonne, die durch Magnetfeldenergie gespeist werden. Häufig kommt es bei diesen Eruptionen zur Ablösung von Sonnenplasma, welche dann als Koronaler Massenauswurf von der Sonne geschleudert wird. Diese Koronalen Massenauswürfe sind es dann, die allgemein als Sonnensturm bekannt sind, wenn diese auf das Erdmagnetfeld treffen und so einen geomagnetischen Sturm auslösen. Generell sind Sonnenstürme für uns auf der Erde nicht gefährlich. Sie brauchen also bei einem Sonnensturm oder Flare nicht Ihre Haushaltsgeräte vom Stromnetz nehmen 😉

 

Aufnahme der Sonnenfleckengruppe 2192 von "Tosi" am 18. Oktober 2014
Aufnahme der Sonnenfleckengruppe 2192 von „Tosi“ am 18. Oktober 2014

Über Dominik Zgrzendek

Mein Name ist Dominik Zgrzendek, ich bin 29 Jahre alt und Gründer des Weblogs „Sonnen-Sturm.info“. Die Astronomie sowie die Beobachtung der Sonne ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit diesem Weblog möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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4 Kommentare

  1. „Generell sind Sonnenstürme für uns auf der Erde nicht gefährlich. Sie
    brauchen also bei einem Sonnensturm oder Flare nicht Ihre
    Haushaltsgeräte vom Stromnetz nehme“
    … Gefährlich sind Leute, die sowas verbreiten! Ja, es stimmt, dass die _meisten_ Sonnenstürme nicht zu bedenklichen Auswirkungen auf der Erde hinreichen, was sich aber Anfang September 1859 ereignete ist in der heutigen Zeit in Lage, die Wirtschaft schwer zu schädigen. Und die Sonne kann noch mehr, viel mehr! Es gibt durchaus Vorgänge, bei denen die physische Trennung aller Geräte vom Netz deren weitere Funktionsfähigkeit retten kann.

    Legen wir doch endlich die Hybirs ab, die Vorgänge alle zu verstehen, geschweige denn im Griff zu haben. Es ist sicher schwer, die Gratwanderung zwischen Panikmache und gesunder Skepsis zu finden. Wer bei jedem kleinen KMA gleich den Weltuntergang herbei redet, schadet mehr als er der Aufklärung nützt – aber mit Sicherheit ist die Sonne in der Lage, das Leben auf der Erde nachhaltig zu verändern oder gar zu zerstören. Es ist nicht die Frage, ob das passieren wird, sondern nur wann. Letztlich geht jeder seriöse Wissenschaftler nach dem heutigen Stand der Erkenntnisse davon aus, dass die Sonne irgendwann einen Durchmesser bekommt, der über die Jupiterbahn hinaus reicht und dass dieses Ereignis weit in der Zukunft liegt, so dann noch tausende Jahre bis dahin vergehen werden. Also genießen wir die Zeit und seien trotzdem wachsam auf die Zeichen. Vielleicht kann durch ein Stecker ziehen mal etwas bewirkt werden … meist ist es nicht nötig … und wenn es hart auf hart kommt nützt selbst das nichts.

    • Wer jetz hier Panik macht scheint mir nicht eindeutig geklärt. Das Aufblähen zum Roten Riesen ist doch wohl eher eine Sache von Jahrmilliarden – unseren Haushaltsgeräten dürfte das, genauso wie uns, ziemlich wurscht sein.

    • Amerikanische Wissenschaftler neigen gerne mal dazu, Fakten zuzuspitzen. So wurde kürzlich über den „Super-Sonnensturm“ 2012 berichtet der, so US-Wissenschaftler, die ganze Welt ins Chaos gestützt hätte. Die Realität sieht jedoch anders aus, so war der Stromausfall in Québec damals eine Verkettung unglücklicher Umstände. Der Sonnensturm hatte damals nur einige Transformatoren durchbrennen lassen, die dadurch resultierende Überlastung löste eine regelrechte Lawine von Ausfällen nachgeschalteter Transformatoren aus. Die Stromversorgung hätte aber genau so gut wegen witterungsbedingter Einflüsse zusammenbrechen können, wenn zum Beispiel Bäume während heftiger Stürme in Stromleitungen stürzen und sie funktionsuntüchtig machen. Und die Verhältnisse von damals kann man nicht mit heute vergleichen. Es existieren u.a. Frühwarnsysteme für Satelliten, auch die Stromversorger können bei einem drohenden Sonnensturm Maßnahmen ergreifen, welche dass Stromnetz zu schützen ( Notaus oder kurzzeitiges vom Netzt nehmen ) Heutige Vorhersagemodelle ermöglichen es zudem, die Stärke eines Sonnensturms binnen drei Stunden nach dessen Entstehung ziemlich genau abzuschätzen. Es bleibt also in der Regel mehr als ein Tag Zeit, um sich auf sein Eintreffen vorzubereiten. Es ist sicherlich nicht erforderlich Haushaltsgeräte bei einem Sonnensturm vom Netzt zu nehmen oder sich unnötigerweise Sorgen um seine Gesundheit zu machen. Es mag bei einem wirklich extremem und langanhaltenden Sonnensturm zu lokalen Ausfällen oder Störungen im Stromnetz (höhere Breiten) kommen, ein globaler Blackout ist aber ausgeschlossen.

      • „Es bleibt also in der Regel mehr als ein Tag Zeit, um sich auf sein Eintreffen vorzubereiten.“

        Klar, man kann dann ja die Nord-Süd-Überlandleitungen schnell mal einrollen. Gerade diese Leitungen bekommen eine hohe Last induziert. Denen ist das völlig egal, ob sie am Netz sind und glühen einfach mal weg. Aber man kann ja einfach wegschauen, damit man es nicht sieht.

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