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Größte Explosion eines Schwarzen Loches entdeckt

Geschätzte Lesedauer: 2 minuten

Entfernte Galaxien-Cluster, Schwarze Löcher, Explosionen – was so klingt wie die Bestandteile eines Science-Fiction-Films wurde jetzt von Wissenschaftlern in über 300 Millionen Lichtjahren entdeckt.

Doch immer der Reihe nach: Wir sprechen über ein Ereignis in dem weit entfernten Ophiuchus-Galaxien-Superhaufen. Wenn Galaxien sich gegenseitig durch ihre Schwerkraft anziehen, spricht man von einem Galaxienhaufen. Mehrere Galaxienhaufen wiederum fügen sich zu einem Superhaufen zusammen. Der Ophiuchus-Superhaufen ist ganze 390 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt.

Ophiuchus Supercluster.jpg
Die Position des Ophiuchus-Superhaufens

In dieser unfassbaren Entfernung registrierten Forscher nun eine Explosion, die selbst mit Superlativen kaum zu beschreiben ist. Von einem Schwarzen Loch ging eine Explosion aus, die eine Gasblase in den Raum geschleudert hat, deren Durchmesser den der Milchstraße um das Fünfzehnfache übersteigt. Doch wie kann sowas überhaupt geschehen? Denn immerhin sind Schwarze Löcher ja dafür bekannt, nichts mehr freizugeben und alles für immer einzusaugen. Doch das gilt nur für Materie, die dem Schwarzen Loch zu nahe kommt. Außerhalb des sogenannten Ereignishorizonts bilden sich sogenannte Akkretionsscheiben, also Ansammlungen von Materie wie Staub und Gas, die sich um das Schwarze Loch bewegen, sich dabei aneinander reiben und Hitze erzeugen. Viele Schwarze Löcher sind also tatsächlich von einem Feuerring umgeben.
Im Zusammenspiel mit dem Magnetismus eines Schwarzen Loches kann diese Energie kanalisiert werden und dann pfeilartig in eine Richtung des Weltraums fortgeschleudert werden.

Größte Explosion eines Schwarzen Loches entdeckt 2
So könnte ein Energieausbruch eines Schwarzen Loches aussehen – © NRAO/AUI/NSF/NASA

Im Ophiuchus-Superhaufen muss es also zu einem solchen Ereignis gekommen sein, allerdings in extremer Form. Denn normalerweise erzeugen die sogenannten Jets eines Schwarzen Loches nicht solch massive Gasblasen.

Die beteiligten Forscher zeigten sich dementsprechend auch überrascht. Simona Giacintucci vom Naval Research Laboratory in Washington DC erklärte:

Die Blase in Ophiuchus erfordert einen AGN-Ausbruch, der in Bezug auf seine Energie ein extremer Ausreißer ist – er muss Größenordnungen über dem für Galaxiencluster typischen liegen und fünfmal energiereicher als der bisherige Rekordhalter sein

Um noch mehr zu dem massiven Ausbruchs des Schwarzen Loches zu erfahren, schaut euch dieses Video von Astro-Comics TV an:

Tim Julian Ruster

Tim Ruster ist Astro-Cartoonist und Planetariumsführer.Er wurde 1991 in Köln geboren, wo er auch heute noch lebt und viel Zeit mit dem Zeichnen neuer Astro-Comics verbringt. Seit vielen Jahren arbeitet er ehrenamtlich im Kölner Planetarium und erklärte dort schon unzähligen Besuchern den Sternhimmel und die Geheimnisse des Weltalls. Durch die vielen guten Fragen, die bei diesen Führungen vor allem von Kindern gestellt werden, kam er im Jahre 2015 auf die Idee, den Weltraum durch Zeichnungen zu erklären : Astro-Comics war geboren!Astro-Comics entwickelte sich zu einem richtigen Projekt und wurde schnell bekannter. Obwohl Tim Ruster 2016 sein juristisches Staatsexamen abgelegt hat, widmete er Astro-Comics jede freie Sekunde. Heute haben die astronomischen Cartoons schon tausende Fans bei Facebook, Instagram und Twitter und haben vielen Menschen den Weltraum etwas näher gebracht.Tim Ruster veröffentlicht die Astro-Comics nicht nur auf www.astro-comics.de und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in mehreren Online- und Printformaten.

Ein Kommentar

  1. Wir können das nicht verstehen weil wir klein sind und das andere so groß. Da es aber so unverständlich groß ist kann es nicht real sein.

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