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Schwerer Geomagnetischer Sturm erwartet – Starke Polarlichter ab 20. Januar 2026!

G4-Sturm (Kp 8–9) erwartet – Polarlichter bis Süddeutschland möglich!

Geschätzte Lesedauer: 5 minuten

Schwerer Geomagnetischer Sturm der Stufe G4 Erwartet: Starke Polarlichter ab 20. Januar 2026

19. Januar 2026 15:00 Uhr

Das NOAA Space Weather Prediction Center (SWPC) hat eine aufregende, aber auch warnende Prognose herausgegeben: Für Dienstag, den 20. Januar 2026, wird ein schwerer geomagnetischer Sturm der Stufe G4 erwartet. Dieser Sturm wird durch die Ankunft eines koronalen Massenauswurfs (CME) ausgelöst, der auf einen starken X1.9-Klasse Solarflare am 18. Januar 2026 aus der Sonnenregion 4341 zurückgeht. Solche Ereignisse sind typisch für den aufsteigenden Teil des aktuellen Sonnenzyklus 25, der seit 2019 läuft.

Was ist ein Koronaler Massenauswurf (CME) und wie entsteht so ein Sturm?

Zuerst ein bisschen Hintergrundwissen: Die Sonne ist nicht nur eine ruhige Kugel aus Gas, sie ist dynamisch und explosiv. Ein Solarflare ist eine plötzliche Energieausbruch in der Sonnenatmosphäre, der Röntgen- und UV-Strahlung freisetzt. Der X1.9-Flare am 18. Januar war einer der stärkeren in diesem Zyklus (die Skala geht von A über B, C, M bis X, wobei X die stärksten sind). Oft folgt auf einen solchen Flare ein CME: Eine gigantische Wolke aus geladenen Teilchen (Plasma), die mit Geschwindigkeiten von bis zu 2000 km/s durch den Weltraum rast.

Wenn dieser CME die Erde trifft, interagiert er mit unserem Magnetfeld. Das führt zu geomagnetischen Stürmen, die das Erdmagnetfeld stören. Das NOAA misst diese Störungen mit dem Kp-Index (von 0 bis 9), der in eine G-Skala umgewandelt wird: G1 (minor) bis G5 (extreme). Ein G4-Sturm ist „severe“ und kann beeindruckende, aber auch störende Effekte haben. Historisch gesehen gab es ähnliche Stürme, wie den G4 im März 2024, der weltweit atemberaubende Polarlichter erzeugte und das könnte sich morgen wiederholen!

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Aktuelle Modellberechnung der Flugbahn des Sonnensturms

Die Aktuelle Prognose im Detail

Basierend auf Beobachtungen von Satelliten wie SOHO und STEREO hat das SWPC folgende Details veröffentlicht (Stand: 19. Januar 2026, Mittag):

  • Erwarteter Sturmlevel: Primär G3 (strong) bis G4 (severe), mit potenziellen Spitzen bis Kp = 8–9. Das bedeutet, der Sturm könnte kurzfristig sogar an G5 grenzen, je nach Dichte und Geschwindigkeit der CME.
  • Zeitraum und Ankunftszeit: Die CME ist eine „full-halo“ (erdgerichtet und ringförmig), die voraussichtlich im Laufe des 20. Januar 2026 eintrifft. Modelle variieren: Einige prognostizieren die Ankunft um den Vormittag (ca. 10–14 Uhr MEZ), andere eher am Abend (18–22 Uhr MEZ). Die Effekte könnten bis in den 21. Januar andauern, mit Nachwirkungen wie anhaltenden Substürmen.
  • Aktuelle Lage: Bereits jetzt läuft eine S3 (strong) Solar Radiation Storm! Der Protonenflux (geladene Teilchen ≥10 MeV) hat Werte über 1000 pfu erreicht – das ist der höchste Level seit Monaten. Solche Strahlungsstürme erhöhen die Risiken für Satelliten und Astronauten, machen aber die Auroren noch intensiver.

Hier eine Übersicht der NOAA-G-Skala zur Einordnung:

The Geomagnetic Storm Impact Scale. G1 - Minor: Weak power grid fluctuations and minor impacts on satellites are possible. Migratory animals are affected at this and higher levels. Aurora is commonly visible at high latitudes. G2 - Moderate: Transformer damage is possible with long duration storms. Corrective actions to spacecraft orientation may be required; may affect orbit predictions. Aurora may be seen as low as New York and Idaho. G3 - Strong: Power system voltage corrections may be required. Satellite and LF radio navigation problems may occur. HF radio may be interrupted. Aurora may be seen as low as Illinois & Oregon. G4 - Severe: Possible widespread voltage control problems on the power grid. HF radio sporadi, satellite navigation degraded for hours, LF radio navigation issues. Aurora may be seen as low as Alabama and northern California. G5 - Extreme: Blackouts or complete collapse of power grids possible. Navigation systems may be out for hours or days. Aurora may be seen as low as Florida and southern Texas.
Stufe Kp-Wert Häufigkeit (pro 11-Jahres-Zyklus) Mögliche Effekte
G1 (Minor) 5 ~1700 Leichte Polarlichter in hohen Breiten, minimale Störungen.
G2 (Moderate) 6 ~600 Erhöhte Auroren, leichte Stromnetz-Probleme in Polargebieten.
G3 (Strong) 7 ~200 GPS-Störungen, Auroren bis 50° Breite.
G4 (Severe) 8–9 ~100 Mögliche Stromausfälle, HF-Radio-Blackouts, Auroren bis 40° Breite.
G5 (Extreme) 9 ~4 Widespread Blackouts, Satellitenausfälle (z.B. Carrington-Event 1859).

Mögliche Auswirkungen: Von Schönheit bis Störung

Geomagnetische Stürme wie dieser haben zwei Seiten, die faszinierende und die technische. Hier die detaillierten Auswirkungen basierend auf der NOAA-Skala:

  • Aurora / Polarlichter: Das Highlight für uns! Bei G4-Leveln sind sehr gute Chancen auf intensive Polarlichter bis in mittlere Breiten. In Deutschland: Ab ca. 50–52° N (z.B. Hamburg, Berlin) sehr wahrscheinlich, bei optimalen Bedingungen sogar weiter südlich bis Bayern oder Baden-Württemberg. Erwartet grüne, violette und rote Vorhänge, bei klarem Himmel und niedriger Lichtverschmutzung. Die beste Zeit: Zweite Nachthälfte des 20. Januar (nach Mitternacht) und möglicherweise in die Nacht zum 21. Januar.
  • Stromnetze: Induzierte Ströme in langen Leitungen können zu Spannungsschwankungen, Fehlalarmen in Schutzsystemen und in extremen Fällen lokalen Ausfällen führen. Besonders betroffen: Nördliche Regionen wie Skandinavien oder Kanada. In Deutschland unwahrscheinlich, aber Netzbetreiber wie Tennet sind bereits vorbereitet.
  • Satelliten & Navigation: Erhöhte Oberflächenladung auf Satelliten kann zu Orientierungsproblemen führen. GPS-Störungen (z.B. für Autonavigation oder Drohnen) sind möglich, sowie Umleitungen polarer Flugwege – Airlines wie Lufthansa passen Routen an, um Strahlung zu minimieren.
  • Funkkommunikation: HF-Blackouts (High Frequency) in höheren Breiten für 1–2 Stunden, was Schiffe, Piloten und Funkamateure betrifft. Auch CB-Funk oder Amateur-Radio könnte beeinträchtigt sein.
  • Weitere Risiken: Die laufende S3-Strahlungssturm erhöht die Strahlendosis für Raumfahrer (z.B. auf der ISS) und Hochflüge. Keine Panik – Systeme sind robust, aber es zeigt, wie abhängig wir von der Sonne sind.

Im Vergleich zu historischen Events: Der letzte vergleichbare G4-Sturm im Oktober 2021 führte zu Polarlichtern in New York, morgen könnte Europa im Rampenlicht stehen!

Tipps für Polarlicht-Jäger: So macht ihr das Beste draus!

Für uns Fans ist das eine Top-Gelegenheit im Solarzyklus 25. Hier meine besten Tipps:

  • Ort wählen: Fernab von Städten, dunkle Felder, Hügel oder Nationalparks (z.B. Schwarzwald in Baden-Württemberg). Nutzt Apps wie „Light Pollution Map“ für optimale Spots.
  • Zeitplan: Schaut ab Sonnenuntergang (ca. 17 Uhr MEZ), Peak um 22–02 Uhr. Effekte halten oft 6–12 Stunden.
  • Ausrüstung: Kamera mit Stativ (Langzeitbelichtung 10–30 Sekunden, ISO 800–3200), warme Kleidung, Thermoskanne. Apps wie „Aurora Forecast“ oder „My Aurora“ für Echtzeit-Alerts.
  • Sicherheit: Bleibt auf Wegen, informiert euch über Wetter (klarer Himmel essenziell!).
  • Community: Teilt eure Fotos auf sonnen-sturm.info oder in unserer Facebook-Gruppe

Nordlichter beobachten 2025/2026 – Tipps für Polarlichtjäger & Hobby-Astronomen

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Offizielle Quellen für Echtzeit-Updates:

Bleibt wachsam und viel Erfolg bei der Jagd nach dem grünen Leuchten! 🌌

Quelle: https://www.swpc.noaa.gov/news/g4-severe-geomagnetic-storm-watch-20-january-utc-day

Dominik Zgrzendek

Mein Name ist Dominik Zgrzendek, ich bin 37 Jahre alt und Gründer des Weblogs "Sonnen-Sturm.info". Die Astronomie, sowie die Beobachtung der Sonne, ist ein langjähriges Hobby von mir. Mit dieser Seite möchte ich euch an meinem Hobby teilhaben lassen und hoffe so, einige für die Astronomie begeistern zu können!

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