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Was haben See-Elefanten mit der NASA zu tun?

Geschätzte Lesedauer: 2 minuten

Die NASA ist bekannt dafür, Satelliten und Astronauten in den Weltraum zu schicken. Doch manchmal schickt sie auch See-Elefanten in die Tiefen der Ozeane.

See-Elefanten sind majestätische Tiere. Sie können bis zu 4 Tonnen schwer werden und ihre Tauchgänge erstrecken sich in Tiefen von bis zu 2 Kilometern. Und als wäre das nicht schon beeindruckend genug, arbeiten die schwerfälligen Küstenbewohner jetzt auch noch als Außendienstmitarbeiter der NASA!

Was seltsam klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Um besser verstehen zu können, wie sich eine Erwärmung durch den Klimawandel auf die globalen Wetterfronten und Meeresströmungen auswirkt, stattete die NASA ein See-Elefanten-Weibchen mit einem Sensor aus. Dieser befindet sich wie ein mondäner Hut auf dem Kopf des Tieres, kann Temperaturen und Strömungen messen und via einer kleinen Antenne die Daten an die Wissenschaftler schicken. Genial!

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So sieht die Kopfbedeckung des NASA-See-Elefanten aus – ©Sorbonne University/Etienne Pauthenet

Und tatsächlich lieferte das fleißige Tier jede Menge Daten: Es absolvierte über 6.000 Tauchgänge, die Hälfte davon erstreckte sich auf Tiefen von über tausend Metern.

Traditionell werden solche Daten von Satelliten gewonnen, wie beispielsweise dem NASA-Satelliten Jason-2 oder CryoSat von der ESA. Bereits durch deren Daten war bekannt, dass es eine massive Wechselwirkung zwischen Luftströmungen und Meerestemperatur gibt. Heizt sich das Meer auf, hat dies auch Auswirkungen auf die darüber liegenden Luftschichten und umgekehrt.

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Ozeandaten werden für gewöhnlich durch Satelliten wie CryoSat gewonnen – © ESA

Durch die Daten des NASA-See-Elefanten weiß man nun noch mehr über diese Wechselwirkung: Die Temperatur des Ozeans wird in bis zu 500 Meter Tiefe von den Luftströmungen beeinflusst. Eine globale Erwärmung hat also Auswirkungen bis in die tiefen Bereiche der Weltmeere.

Um diese Daten zu bestätigen und weitere Erkenntnisse zu gewinnen, braucht es aber mehr Versuche dieser Art. Die NASA hat daher schon angekündigt, in Zukunft noch mehr See-Elefanten als Meeresforscher einzusetzen.

Noch mehr Infos zum Thema See-Elefanten im Dienste der NASA gibt es in diesem Clip von Astro-Comics TV:

Tim Julian Ruster

Tim Ruster ist Astro-Cartoonist und Planetariumsführer.Er wurde 1991 in Köln geboren, wo er auch heute noch lebt und viel Zeit mit dem Zeichnen neuer Astro-Comics verbringt. Seit vielen Jahren arbeitet er ehrenamtlich im Kölner Planetarium und erklärte dort schon unzähligen Besuchern den Sternhimmel und die Geheimnisse des Weltalls. Durch die vielen guten Fragen, die bei diesen Führungen vor allem von Kindern gestellt werden, kam er im Jahre 2015 auf die Idee, den Weltraum durch Zeichnungen zu erklären : Astro-Comics war geboren!Astro-Comics entwickelte sich zu einem richtigen Projekt und wurde schnell bekannter. Obwohl Tim Ruster 2016 sein juristisches Staatsexamen abgelegt hat, widmete er Astro-Comics jede freie Sekunde. Heute haben die astronomischen Cartoons schon tausende Fans bei Facebook, Instagram und Twitter und haben vielen Menschen den Weltraum etwas näher gebracht.Tim Ruster veröffentlicht die Astro-Comics nicht nur auf www.astro-comics.de und in den sozialen Netzwerken, sondern auch in mehreren Online- und Printformaten.

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